Allgemein, Autorenleben, Inspirationsquellen, Lyrik, Zukunftsvisionen

Gedichtband

Eines meiner aktuellen Projekte, über das ich auch sprechen darf, ist ein Gedichtband. Hier möchte ich kurz darüber berichten, warum ich ausgerechnet Lyrik veröffentlichen möchte, was Leser*innen erwarten wird und wie weit ich mit der Arbeit bin.

Als ich damals zu schreiben begann, war ich etwa 13 oder 14 Jahre alt und hatte Probleme mit meinen Mitschülern. Schon als Kind hatte ich Schwierigkeiten, mich in Gruppen einzufinden, mit Fremden zu sprechen oder mich überhaupt mitzuteilen. Ich spielte am liebsten allein, immer in meiner eigenen Welt. Daher hatte ich als Teenager noch nicht gelernt, mich der Welt zu stellen, Probleme gesund zu verarbeiten oder sie anzusprechen. Mir fehlte es auf diesen Ebenen an Reife. Gleichzeitig entdeckte ich einige Gedichte, die mich ansprachen, hauptsächlich düstere Texte von E.A.Poe, Lord Byron, Beaudelaire, Trakl und Blake. Darauf war ich gekommen, weil ich verschiedene Künstler der Goth-Szene hörte, in entsprechenden Chatrooms und auf passenden Websites unterwegs war und dort auch Literatur-Empfehlungen fand. Für einen ordentlichen Goth empfand ich es als passend, traurige Gedichte zu schreiben. Und das tat ich. Die Anfänge waren aus heutiger Sicht ziemlich schlecht und sehr pathetisch, aber so blickt vermutlich jede*r auf die eigenen Arbeiten zurück. Das ist immerhin 20 Jahre her. Freunde, denen ich die Texte zeigte, ermutigten mich, weiterzumachen. Das war mein Start als Autor. Lyrik half mir, Dinge auszudrücken, für die ich paradoxerweise keine Worte fand. Ich konnte nicht sagen „XY hat mir dieses und jenes angetan“ oder einfach „ich brauche Hilfe“, aber ich konnte meine Gefühle in Metaphern verwandeln und schriftlich verarbeiten. Heutzutage kommuniziere ich zum Glück offener. Die Verarbeitung mithilfe von Gedichten und anderer Literatur ist aber geblieben.

Für mich handelt es sich also um eine persönliche Angelegenheit, wenn ich Lyrik schreibe, und ich halte es für richtig, dass ich wenigstens die Textform zeige, mit der vor so vielen Jahren alles für mich anfing. Die Begründung „es fühlt sich richtig an“ ist meiner Meinung nach absolut legitim in solchen Fällen. Im Gedichtband werden allerdings keine frühen Texte auftauchen, sondern eine Zusammenstellung von Gedichten aus den Jahren 2016 bis 2019. In dieser Zeit hatte ich vieles aufzuarbeiten und war recht fleißig. Man sollte die Texte dennoch nicht lesen, als seien sie rein autobiographisch. Manche Gedichte sind Experimente, manche entstammen der intensiven Beschäftigung mit bestimmten Ideen und manche sind die Umsetzung von Ideen, deren Herkunft mir selbst nicht klar ist. Außerdem ist es eben Lyrik und es geht hier und da mehr um die erzeugten Bilder und Gefühle, die etwas repräsentieren, als um die tatsächliche Darstellung dessen, was repräsentiert werden sollte. Kryptisch, ich weiß.

Thematisch wird es sich um Alkohol- und Drogenmissbrauch, um Parasuizidalität, das Schreiben an sich, Außenseitertum, ein wenig Philosophie und sogar Politik drehen. Es gibt also keinen klaren Themenschwerpunkt, sondern eine Übersicht über das, was mich in den Jahren 2016 bis 2019 beschäftigt hat.

Zum Status: Die Texte sind ausgewählt und überarbeitet, wo es nötig war. Einen Entwurf fürs Cover gibt es auch. Ich hoffe, dass das Cover noch diese Woche komplett fertig wird. Mit dem Buchsatz kämpfe ich weiterhin, habe aber eine klare Vorstellung und mache Fortschritte. Auch wenn ich nur ungern Prognosen abgeben möchte, würde ich sagen, dass das Buch im Oktober (vielleicht zur Buchmesse?) erscheinen wird. Vorher werde ich 1-2 Wochen lang Stimmung machen und nach der Veröffentlichung wird es dann ein paar Blogeinträge zu den Texten geben, vielleicht werde ich sogar den ein oder anderen Text aufnehmen und hochladen.

Was bleibt noch zu sagen? Wenn ihr Lyrik mögt, seid gespannt! Wenn nicht, habt ihr vermutlich gar nicht bis hierher gelesen.

Ein Gedanke zu „Gedichtband“

  1. Ich bin nicht unbedingt Lyrik-Fan, habe aber dennoch bis zum Schluss gelesen und wünsche für die Veröffentlichung alles Gute. 🙂

    Apropos Veröffentlichung: Ich plane die Rezension von „Sorck“ für nächste, pätestens aber übernächste Woche. Momentan beschäftigen mich leider einige Dinge, die meinen Lesefluss empfindlich stören, deshalb diese vorsichtige Schätzung. Wenn Dir also innerhalb der nächsten zwei Folgewochen ein bestimmter Tag, aus welchen Gründen auch immer, ganz besonders zusagt, dann sag Bescheid und ich plane das dann dementsprechend.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s