Zeitungsartikel und Eigenwerbung

Über den Gedichtband “Alte Milch” und einen Zeitungsartikel, der dazu erschienen ist.

Die Ruhrnachrichten hat einen Bericht über mich und meinen neuesten Gedichtband Alte Milch gedruckt sowie online zur Verfügung gestellt. Hier geht es um Online-Artikel: Ruhrnachrichten: Matthias Thurau

IMG-20191114-WA0000

Wie es dazu gekommen ist und wie das ablief, möchte ich hier kurz zusammenfassen. Vielleicht fühlen sich andere dadurch inspiriert.

Dies ist nun der zweite Artikel über mich, der im Lokalteil der Ruhrnachrichten erschienen ist. Ich freue mich riesig. Zum ersten Bericht hatte ich einen Blogeintrag verfasst, den ihr hier finden könnt: Sorck: Ein Zeitungsartikel

Als im Sommer Sorck erschien, hatte ich noch keine Ahnung, wie ich effektiv für mein Buch werben könnte. Ich versuchte es über die üblichen Social Media Kanäle, die ihr übrigens rechts finden könnt, und entschied mich schließlich, aktiver zu werden, meine Wohnung zu verlassen und anderweitig zu werben. Teil der neuen Strategie waren Besuche bei Buchhandlungen und anderen Geschäften, um meine Werke auszulegen. Das funktionierte tatsächlich in 100% der bisherigen Fälle. Allerdings habe ich noch lange nicht alle in Frage kommenden Geschäfte besucht. Ein weiterer Versuch war die Kontaktaufnahme mit Zeitungen und Zeitschriften. Leider waren diese Versuche nicht von Erfolg gekrönt, außer im Fall der Ruhrnachrichten, wie ihr im Link oben nachlesen könnt.

Vor einigen Wochen ist dann mein Gedichtband Alte Milch veröffentlicht worden. Ich kontaktierte den Reporter, der mich damals besuchte, erneut und hatte bereits am nächsten Tag eine feste Zusage und einen Termin vereinbart. Zu meinem großen Glück wohnt er nur wenige Minuten von mir entfernt, sodass wir uns wieder in meiner Wohnung treffen konnten. Das ist aus mehreren Gründen von Vorteil. Einerseits fühlt man sich im eigenen Zuhause sicherer und entspannter. Andererseits bekommt der Reporter einen Einblick in meine Arbeitsumgebung und den Alltag. Außerdem habe ich alle notwendigen Materialien (Bücher, Notizen, Flyer) und vieles mehr vor Ort, was ich sonst hätte mitnehmen müssen und hätte vergessen können.

Reporter sind auch nur Menschen. Das darf man nicht vergessen. Auch sollte man im Kopf behalten, dass sie (wenigstens in diesem Fall) keine Literaturkritiker sind und kein Interesse daran haben, einen Verriss zu schreiben. Ein Artikel, in dem das Buch eines unbekannten Autors gelobt wird, ist interessanter als ein Artikel, in dem ein Werk schlecht gemacht wird, das bisher niemand kennt. Entsprechend konnte ich meine Nervosität diesmal zügeln, wenn auch nicht abstellen. Begonnen haben wir mit Smalltalk, um dann die Fragen und Anregungen abzuarbeiten, die der Reporter vorbereitet hatte. Natürlich hilft es, wenn man gut vorbereitet ist, aber den Artikel muss man nicht selber schreiben und entsprechend sollte das reichen, was man ohnehin über das eigene Werk zu sagen weiß.

In weniger als einer Stunde war das Gespräch beendet und ich hatte alles gesagt, was ich sagen wollte. Es freut mich sehr, dass im Artikel zwei der Läden (Lotto Seel und Landgut), in denen meine Bücher verkauft werden, erwähnt wurden, aber auch Nikas Erben, zu denen ich mich inzwischen zählen darf, und dieser Blog. Ich verstehe die Buchdeals mit Geschäften und die Zusammenarbeit mit anderen Autor*innen als gegenseitige Unterstützung, zu der jede Seite beiträgt, sofern es in ihrer Macht liegt. Daher wird bei Lotto Seel auch zu jedem verkauften Buch ein Flyer mitgegeben von Michael Leuchtenberger und Nika Sachs. Ich hoffe sehr, dass alle Erwähnten und Beteiligten mit mir zusammen die Vorteile der Publicity genießen können.

Was manchem vielleicht noch interessant erscheint, ist der Zeitraum, in dem das alles ablief. Einen Tag nach der Kontaktaufnahme per E-Mail war ein Termin vereinbart, der einige Tage später stattfand. Einen Tag nach dem Termin wurde der Artikel online veröffentlicht und am Tag darauf stand er in der Printausgabe. Im Fall des Artikels über Sorck ließ die Printausgabe ein paar Tage länger auf sich warten.

Als Selfpublisher muss man selbst dafür sorgen, gesehen zu werden. Man sollte sich also nicht davor scheuen, sich auch zu zeigen.

PS:
Da es im Artikel etwas missverständlich ausgedrückt wurde: Beide Bücher sind in jeder Buchhandlung und überall online zu kaufen. Sorck gibt es als Ebook bisher nur bei Amazon, aber ab Dezember auch auf allen anderen Plattformen.

Sorck: Ein Zeitungsartikel

https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/matthias-thurau-34-aus-hombruch-hat-sein-erstes-buch-geschrieben–plus-1429473.html

Letzten Donnerstag wurde ich vom Journalisten Marc D. Wernicke von den Ruhrnachrichten besucht. Wie es dazu kam, wie ich es selbst erlebte und was ich noch ergänzen würde, erfahrt ihr in diesem Eintrag. Ich versuche es so einzurichten, dass man den Artikel nicht unbedingt gelesen haben muss, um meinen Text zu verstehen, da wohl nicht jeder sich dort anmelden möchte.

Fangen wir einfach mit dem Foto an, das ja jeder sehen kann. Abgesehen von meinem Blick, der mir etwas missfällt, kann man bereits viel über mich lernen. Ich trage ein Bandshirt der Band Boris und stehe vor zwei Regalen, von denen das eine voller Musik ist und das andere Ausgaben der Frankfurter Poetik-Vorlesungen, Kafkas Tagebücher und einige andere Bücher enthält.

Aber holen wir etwas aus: Um mein Buch Sorck zu promoten, habe ich mehrere lokale Zeitungen kontaktiert. Eine Weile später habe ich eine Email von Herrn Wernicke bekommen und wir verabredeten uns in meiner Wohnung. Auf diese Weise konnte er direkt meinen Arbeitsplatz sehen und einen Einblick in meinen Alltag gewinnen. Außerdem empfand ich den Treffpunkt als intimer und für ein Gespräch über mich und meine Arbeit geeigneter als beispielsweise ein Café. Nach der Terminvereinbarung folgte die Nervosität. Ich muss mich zu solchen Treffen zwingen, auch wenn ich weiß, dass ich es meistern werde. Es handelt sich um eine Notwendigkeit, die immer erst im Nachhinein als angenehm empfunden wird (wenn überhaupt). Also startete ich die größte Aufräum- und Putzaktion der letzten Jahre, was meine Wohnung vorzeigbarer machte, aber auch fast jedwedes kreative Chaos entfernte. Wenn ich schon Gäste erwarte, möchte ich auch, dass sie sich wohlfühlen. Daher schickte ich auch am Vormittag noch eine Warn-SMS raus, weil ich keinen Kaffee anzubieten vermochte.

Das Gespräch an sich verlief ruhig, sachlich und angenehm. Wir verstanden einander, was wohl auch daran lag, dass wir etwa gleich alt sind. Wie man es sich vorstellen würde, saß mir jemand mit einem kleinen Blick und Stift gegenüber und stellte Fragen. Ursprünglich wollte ich Antworten vorbereiten, aber ich ging korrekterweise davon aus, dass ich den meisten Fragen schon mindestens einmal begegnet war und improvisierte. Inzwischen kenne ich mein Buch und mich selbst gut genug, um vernünftig antworten zu können.

Meine Motivation hinter dem Schritt, an Zeitungen heranzutreten, war natürlich in erster Linie, dass ich Werbung brauchte. Zwar werbe ich auch bei Twitter und Instagram, arbeite mit Blogs zusammen und bin auf Lovelybooks vertreten. Allerdings habe ich häufig das Gefühl, dass die Literaturbubble insgesamt recht geschlossen ist. Ich wollte ein anderes Publikum erreichen. Sorck kann zwar von Personen jeder Altersstufe gelesen werden, ist aber eigentlich nicht als Jugendliteratur gedacht. Der Protagonist selbst ist 40+ Jahre alt und hat entsprechend viel hinter sich. Ich stelle mir vor, dass eine Leserschaft zwischen 25 und 50 am meisten vom Roman angesprochen werden. Außerdem ist das Buch für Leser*innen anspruchsvoller Literatur gedacht, von denen, so vermute ich, die meisten ihre Lektüre nicht online suchen. Entsprechend ergab es für mich Sinn, einen Teil der Leserschaft zuhause abzuholen und in einer Zeitung zu werben. Es geht mir also darum, mehr Menschen zu erreichen, die meinen Internetauftritt möglicherweise komplett verpassen. Die gleiche Motivation steckt hinter meiner Zusammenarbeit mit dem Laden Landgut, der lokale Lebensmittel vertreibt und nun auch mein Buch anbietet. Das Prinzip des Ladens und das Angebot sagen mir aber auch persönlich zu, so dass ich auch dafür werben würde, ohne Vorteile zu erwarten.

Übrigens habe ich erfahren, dass der Artikel online ist, als eine Freundin, von der ich lange nichts mehr gehört hatte, mir dazu gratulierte. Obwohl es eigentlich klar ist, merkte ich in dem Moment erst, dass ich tatsächlich Menschen mit dem Artikel erreichen könnte.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass es eine interessante und angenehme Erfahrung war, wenn ich die Nervosität in den Tagen davor verdränge. Es freut mich ungemein, dass meine Arbeit Interesse weckt und Menschen interessiert. Einen winzigen Einwand habe ich bloß gegen den Artikel: ich wollte niemals „etwas ganz anderes“ werden, sondern habe bloß einen Umweg eingeschlagen, um endlich dort anzukommen, wo ich eigentlich immer sein wollte.

Unter der Kategorie “Sorck” (im Klappmenü rechts) finden sich weitere Beiträge zum Roman.

Bestellbar ist der Roman auf Amazon (Taschenbuch | Ebook)

Das Taschenbuch kann man direkt bei Twentysix oder im Autorenwelt-Shop bestellen.

Außerdem ist es möglich, im Buchladen vor Ort ein Exemplar zu erhalten.