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Hinweis: Vater und ich. Rezension

Rezension des Romans “Vater und ich” von Dilek Güngör.

Der Roman Vater und ich von Autorin Dilek Güngör war für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert. Ich habe das Buch besprochen beim Buchensemble. Die Rezension findet ihr hier:

Vater und ich: Rezension

Hinweis: Compendium Obscuritatis

Hinweis auf die neue Anthologie von Nikas Erben: Compendium Obscuritatis.

Seit Halloween ist die neueste Anthologie des Autor*innenkollektivs Nikas Erben überall zu haben. In Compendium Obscuritatis sind Geschichten verschiedener Autor*innen versammelt, die sich allesamt um bisher unbekannte Fantasiewesen drehen. Dabei sind viele verschiedene Genres vertreten, aber der Schwerpunkt liegt wohl bei Fantasy und Horror. Zwischen Monstern und niedlichen Fantasiewesen findet ihr alles.

Ich selbst habe zwei Erzählungen beigesteuert, über die ich hier auch noch schreiben werde. Zu kaufen gibt es das Buch überall, wo es Bücher zu kaufen gibt, beispielweise hier:

AMAZON

Books on Demand

Hinweis: Streulicht. Rezension

Hinweis auf eine Rezension des Romans Streulicht von Deniz Ohde.

Eine neue Rezension des Romans Streulicht von Deniz Ohde, der für den Deutschen Buchpreis 2020 nominiert war, findet ihr beim Buchensemble:

Im Schatten des Chemiewerks: Streulicht

Hinweis: Podcast mit 3 Erzählungen von M. Thurau

Im Podcast “Klausgesprochen” werden 3 Erzählungen aus “Erschütterungen. Dann Stille.” vorgelesen.

In der neuesten Folge des Podcasts Klausgesprochen werden 3 Erzählungen aus Erschütterungen. Dann Stille. professionell vorgelesen:

KLAUSGESPROCHEN – ERSCHÜTTERUNGEN. DANN STILLE.

Ausgewählt wurden die Kurzgeschichten Am Fluss, Der Sturm im Bierglas und Geschlossene Türen. Viel Spaß!

Hinweis: weiter leben. Rezension

Hinweis auf eine Rezension des Buches “weiter leben” von Ruth Klüger.

Eine neue Rezension über das autobiografische Buch weiter leben von Ruth Klüger ist ab sofort beim Buchensemble zu lesen. Über eine Kindheit im KZ:

weiter leben: Rezension

Blogjubiläum: 3 Jahre Papierkrieg.Blog

Ein Blick auf den Blog 3 Jahre nach dem ersten Blogartikel.

Wie die Zeit vergeht …

Heute vor 3 Jahren, am 05.09.2018, habe ich mit Arbeitsplatz den ersten Blogpost auf Papierkrieg.Blog veröffentlicht. Dieses Jubiläum möchte ich nutzen, um das Projekt zu reflektieren, mir Gedanken darüber zu machen, wie es weitergehen soll, und auch, inwiefern sich mein Arbeitsplatz denn nun geändert hat.

Arbeitsplatz

Fangen wir doch damit an. Ich erinnere mich noch, wie vorm Schreibtisch saß, mich umsah und mich fragte: „Und? Worüber soll ich nun schreiben?“ Ich wusste nicht, was Leser*innen interessieren würde. Immerhin kannte mich noch niemand, ich hatte nichts veröffentlicht und trat auch sonst nicht wirklich in Erscheinung. Aber irgendwann, so hoffte ich, würde ich bekannt sein und Menschen würden sich fragen, was und wie ich schreibe. Naiv. Dennoch ist die Hoffnung geblieben und mein Weg ist noch lange nicht beendet.

Aktualisieren wir die Beschreibung! Der Tisch ist der gleiche, der Sitz wurde irgendwann ausgetauscht und auch der PC ist neuer (wenn auch nicht mehr neu). Oder vertue ich mich? Sind 3 Jahre doch nicht so lang? Ein Blick auf den alten Header zeigt, ich habe mich tatsächlich vertan. Der PC ist der gleiche, der Stuhl vielleicht auch. Es hängen sogar die gleichen 3 Bilder an der Wand. Immerhin stehen Schreibtisch und PC an einer anderen Stelle. Nennen wir das mal Veränderung.

Papierkrieg: Der Blog

Stets die wichtigste Aufgabe des Blogs sollte sein, meine Herangehensweise ans Schreiben zu beleuchten, ganz besonders im Bezug auf konkrete Werke. Diese Aufgabe erfüllte und erfüllt Papierkrieg.Blog zuverlässig. Andere Aufgaben und Themengebiete haben sich gewandelt. So sind Buchbesprechungen und Rezensionen zu Buchensemble.de abgewandert, und Veröffentlichungen finden nur noch in Ausnahmefällen direkt hier statt, sondern gehen stattdessen in den Druck oder an Verlage und die Jurys verschiedener Ausschreibungen. Man könnte sagen, der Blog ist erwachsener geworden so wie auch ich. Dann wiederum schreibe ich mehr über Filme und Serien und in dem Bereich besonders über Marvel und andere Comic-Verfilmungen, einfach weil es mir Spaß macht.

Eine weitere wichtige Funktion der Website ist es, als eine Art Hub zu dienen, als Verteilzentrum zu verschiedenen Veröffentlichungen und Veröffentlichungsplattformen. Alles, was es von mir und über mich gibt, wird hier gesammelt und geteilt: Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Interviews, Podcasts, Rezensionen, Social Media usw. Das wird so bleiben.

Die Zukunft

2021 habe ich noch keine Bücher veröffentlicht. Das hat mehrere Gründe. Einerseits kostet mich die Pandemie Energie, die ich lieber ins Schreiben investieren würde. Andererseits habe ich viele neue Projekte, an denen ich gearbeitet habe und arbeite. Ich rezensiere beim Buchensemble, bin Mitglied bei Nikas Erben und nehme an mehr Ausschreibungen verschiedenster Arten Teil. Der vielleicht wichtigste Grund, warum neue Veröffentlichungen bislang ausgeblieben sind, ist, dass ich meine Manuskripte an Verlage schicke, anstatt sie selbst zu veröffentlichen. Das kostet Zeit.

Was hat das alles mit dem Blog zu tun? Ich ziehe es in Erwägung, Papierkrieg.Blog auf das Wesentliche zu reduzieren und Redaktionspläne komplett aus dem Fenster zu werfen. Das würde bedeuten, dass ich zu neuen Veröffentlichungen (für dieses Jahr sind z.B. noch 2 Anthologien geplant) Blogartikel schreiben und Hinweise posten werde auf Texte andernorts, und nur noch andere Artikel schreibe, wenn ich gerade Lust dazu habe. Stattdessen würde ich mich um meine literarischen Texte kümmern und um andere spannende und vielversprechende Projekte. Man könnte es auch knapp zusammenfassen mit: Aktuell habe ich wenig Spaß an und noch weniger Energie für den Blog. Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Fazit

Es geht weiter. Irgendwie.

Nicht besonders tiefgründig, aber immerhin ehrlich. In Zeiten, in denen ich wenig Energie habe, muss ich mich auf das Wesentliche konzentrieren. Dieses Wesentliche ist zuerst meine Gesundheit (auch wenn ich nicht immer danach handle) und mein Sozialleben, dann das Verfassen von Literatur, dann weitere Projekte, die potenziell etwas abwerfen könnten, und erst am Ende der Blog. Doch was konkret passieren wird, werden wir sehen. Danke für eure Zeit!

Thuraus Filmtagebuch: August 2021

Thuraus Filmtagebuch: August 2021. Filme (MCU, DC, Disney) geschaut, bewertet und besprochen.

Es ist Ende August und wieder geht es um Filme. Diesmal gibt es sehr viele Filme von Marvel, weil der nach Timeline sortierte Rewatch seit Juli läuft, dazu zwei von DC und einen von Disney. Der Blogeintrag folgt den üblichen Regeln: Erst eine Liste aller Filme samt Bewertung und dann einige Worte zu jedem Film.

Die Filme

  • Captain America: The Winter Soldier (5/10)
  • Guardians of the Galaxy (7.5/10)
  • Guardians of the Galaxy 2 (7.5/10)
  • Avengers: Age of Ultron (6/10)
  • Ant-Man (5.5/10)
  • Captain America: Civil War (6.5/10)
  • Spiderman: Homecoming (6.5/10)
  • Doctor Strange (7.5/10)
  • Black Panther (7/10)
  • Thor: Ragnarok (7.5/10)
  • Ant-Man and the Wasp (6/10)
  • Avengers: Infinity War (7.5/10)
  • Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn (4.5/10)
  • Avengers: Endgame (7.5/10)
  • Cruella (6/10)
  • Man of Steel (6.5/10)

Captain America: The Winter Soldier

Erscheint sonst noch jemandem die Bildsprache in Captain America: The Winter Soldier aus der Zeit gefallen zu sein? Captain America mit seiner Patriotismusnummer, dem hübschen Blau und den Sternchen, und der Winter Soldier mit seinem roten Kommunistenstern? Aber das war uns allen von vornherein klar. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich Captain America von allen Avengers am wenigstens mag. Bucky hat wenigstens Potenzial und eine Backstory, während Captain America nur ein wiederaufgetauter US-amerikanischer Propagandaklotz mit dem Gesicht des netten weißen Footballstars von nebenan ist.

Guardians of the Galaxy

Guardians of the Galaxy ist bunt, witzig und voller Action. Für mich ist nicht die Figur Peter Quill (alias Star-Lord) das Wichtigste am Film, sondern die vielen guten Nebenfiguren. Die gesamte Crew ist interessanter als Star-Lord selbst, obwohl er ebenfalls unterhaltsam ist. Erst durch die gleichbleibend gut geschriebenen und gespielten Nebenfiguren wird eine runde Sache aus Guardians of the Galaxy, während bei anderen Filmen Pyramidenstrukturen zu erkennen sind mit einer interessanten Figur an der Spitze und abnehmend gut konzipierten Figuren zur Unterstützung.

Guardians of the Galaxy 2

Es geht weiter mit Guardians of the Galaxy 2 und Kurt Russell als Planet. Außerdem diesmal mit Baby Groot: niedlich, aber irgendwie weniger cool als der erwachsene Groot. Guardians of the Galaxy 2 bietet einige witzige und actionreiche Highlights und erweitert die Backstory von Peter Quill (Star-Lord). In meiner Bewertungsskala erkennt man keinen Unterschied, aber je feiner man bewerten würde, desto deutlicher würde sich zeigen, dass Teil 1 dann doch besser ist als Teil 2, aber nicht signifikant genug für meine Skala.

Avengers: Age of Ultron

Age of Ultron kommt mir wie ein zusammengewürfelter Berg von Ereignissen vor, die allesamt nur dazu dienen, um 2 neue Figuren einzuführen, die dann wiederum das Franchise erweitern, um noch mehr Content produzieren zu können. Auch wenn diese beiden Figuren (Vision und Wanda Maximoff) durchaus interessant sind, hätte man keinen Avengers-Film drumherum basteln müssen. Der Film kommt mir wie eine Serienfolge vor, die notwendig für die Fortführung der Serie ist, aber für sich nichts Besonderes darstellt. Da hätte man mehr rausholen können.

Ant-Man

Fangen wir mit den positiven Punkten von Ant-Man an: Die Art und Weise wie Luis Rückblicke erzählt und wie Luis selbst dargestellt wird (bei der Weinprobe oder im Kunstmuseum). Leider kann die Story selbst nicht mehr überzeugen und auch an der Figur Ant-Man scheint nur noch wenig Besonderes zu sein: ein weiterer Typ in einem Anzug. Hätte Ant-Man den Anzug seines Gegners, wäre er bereits eine Konkurrenz für Iron Man, und deshalb hat er eben nur den alten, verstaubten Anzug ohne Laser, aber kontrolliert dafür Ameisen. Naja.

Captain America: Civil War

Am schönsten an Captain America: Civil War ist ja, dass Spiderman deutlich sagt, dass das Schild von Captain America keinerlei physikalischen Regeln gehorcht. Das stimmt. Es ergibt keinen Sinn. Da es immer Fans gibt, die sich fragen: „Wer ist stärker, Avenger 1 oder Avenger 2?“, gibt es auch immer wieder Formate, in denen derartige Fragen beantwortet werden oder in denen Antworten zumindest versprochen werden. Civil War ist so ein Format. Wer ist der stärkste Avenger? Die Antwort ist: Es wäre marketingtechnisch fatal, eine*n Held*in über alle anderen zu stellen, weil alle Geld einbringen.

Spiderman: Homecoming

Von den 3 Spiderman-Darstellern und -Versionen, die ich kenne, ist mir Tom Holland am liebsten. Er ist nicht so ein Döspaddel wie Tobey Maguires Version, aber auch nicht so unnötig cool wie Andrew Garfield. Am besten finde ich allerdings die Spiderman-Auftritte in MCU-Filmen, in denen er nicht die Hauptfigur darstellt (Civil War, Infinity War, Endgame). Dennoch ist Spiderman: Homecoming ein passabler Film mit sympathischer Hauptfigur und guter Action. Ein schlaffes und sehr allgemeines Urteil, oder? Das sagt halt auch einiges über den Film aus. Man hätte mehr daraus machen können oder eben auch weniger.

Doctor Strange

Der Film Doctor Strange punktet mit seiner Optik (die Fights im Spiegeluniversum sind herrlich trippy), einer passablen Story, Tilda Swinton (die fast jeden Film besser macht) und Mads Mikkelsen als leider zu selten auftauchender Gegner. Benedict Cumberbatch spielt auch mit. Die blasierte und teils offen arrogante Art von Doctor Strange muss man mögen, sonst geht sie einem schnell auf den Keks. Aber wer das bei Iron Man mochte, mag es auch hier. Definitiv einer der besseren MCU-Filme.

Black Panther

Ein actionreicher MCU-Film mit gut durchdachten Details – man schaue sich dazu beispielsweise die Folge über Kostümdesignerin Ruth Carter in der Netflix-Serie Abstract: The Art of Design an – und jeder Menge Action, der für viele Menschen besondere Bedeutung trägt durch die Repräsentation von BlPoC und Black Culture. Selbst wenn solche Punkte für euch uninteressant sein sollten, bleibt der Film gelungen und sehenswert.

Thor: Ragnarok

Der bessere Thor. Abgedreht, knallbunt, aufgeregt, actionreich und witzig. Zugegebenermaßen war mir das alles zu viel beim ersten Schauen. Aber ab dem 2. Mal fand ich ihn super. Gerne mehr in der Richtung.

Ant-Man and the Wasp

Ja, naja, hat coole Parts und hat versucht, an die besseren Details des ersten Films anzuknüpfen (mehr von Luis!), aber bleibt dennoch mittelmäßig.

Avengers: Infinity War

Große Zusammenführung aller MCU-Figuren für den großen Kampf gegen Thanos. Ziemlich bombastische Sache und ein großes Event im MCU. Filmisch ganz gut. Ich mag das Ende.

Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Kurzer Ausbruch aus dem MCU. Noch immer finde ich hier und da Leute, die diesen Film feiern, und ich weiß nicht warum. Alle Hauptfiguren sind weiblich, was cool ist, aber dafür sind die Fights halbe Wet-Tshirt-Contests. Die Story ist schwach, die Erzählweise für meinen Geschmack etwas zu rotzig und die Gewalt an einigen Stellen völlig over-the-top. Obwohl ich Harley Quinn als Figur großartig finde (beispielsweise in Harleen von Stjepan Sejic oder in der Serie Harley Quinn vom Streamingdienst DC Universe), kann ich mit diesem Film nichts anfangen. Schade drum. Aber hey, wer Freude an Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn hat, dem gönne ich sie.

Avengers: Endgame

Zeitreisefilme mag ich nicht. Avengers: Endgame ist trotz Zeitreisegedöns ganz geil, eben eine Fortsetzung von Avengers: Infinity War und im Grunde der Abschluss der 3. MCU-Phase, auch wenn Spiderman: Far From Home noch dazugehört. Aber die Übergänge zu Phase 4 sind ja fließend. Jedenfalls Spoiler: Zeitreise, Blabla, grandiose Schlacht, Spiderman endlich mit Instant Kill und Captain America ist worthy, nagut.

Cruella

Eigentlich ist der Film Cruella sehr cool, gerade vom Design her, aber für meine Fälle etwas zu lang. Irgendwo hätte man knapper sein sollen – vielleicht bei der Kindheit/Jugend von Cruella? Dann wiederum war mir der Wechsel von der netten Diebin zur rücksichtlosen (und verdammt unfreundlichen) Designerin zu heftig und zu schnell. Dieses „ich habe zwei Seiten“-Ding ist als Erklärung etwas schwach. Es ist ewig her, dass ich 101 Dalmatiner oder einen der Ableger gesehen habe, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Cruella aus dem gleichnamigen Film wirklich zur Cruella aus 101 Dalmatiner passt. Trotz alledem und auch trotz der teils sehr abgegriffenen Story-Elemente ist Cruella als Film nicht schlecht. Das liegt an der wirklich kreativen Optik, die einen angenehmen Punk-Flair hat, und dem Witz, mit dem das Ganze präsentiert wird. Ich hatte meinen Spaß.

Man of Steel

Der gute Übermensch aus Kansas rettet die Welt. Nett von ihm. Aber zum Film: Die Besetzung gerade der Nebenrollen ist super, die Kampfszenen cool, die Zerstörungsarien und Kollateralschäden massiv (was ja in Batman vs. Superman aufgegriffen wird).

Was mich an Superman vielleicht am meisten stört, ist die Mischung aus enormer Macht und guter (amerikanischer) Moral. Diese Mischung verspricht uns, dass große Macht in den „richtigen“ Händen gut ist, weil sie uns vor großer Macht in den „falschen“ Händen schützt. Doch wir haben kein Mitspracherecht dabei, wer diese Macht erhält. Wir dürfen nicht entscheiden, wessen Hände die richtigen sind, und wir haben keinerlei Handhabe, falls die Machthaber sich ändern, von der Macht korrumpiert werden. Deshalb sind immer jene Superman-Storys interessant, in denen er nicht mehr er selbst ist, und deshalb liegt auch Batman richtig, wenn er immer Methoden bereithält, um Superman aufzuhalten, auch wenn dieser der „Gute“ ist. Ein Check-and-Balance-System in gewisser Weise. Nur wer checkt den Checker … Hier kämen wir zum grundsätzlichen Problem von Menschen (mit Macht?), die außerhalb rechtsstaatlicher Rahmen agieren. Auch das wurde in Comics und Comic-Verfilmungen mehrmals behandelt (z.B. in Civil War im MCU). Dann wiederum nützt der beste rechtsstaatliche Rahmen nichts, wenn diejenigen, die einander kontrollieren und das Recht schützen sollen, ihre Aufgaben nicht erledigen können oder wollen.

Okay. Wie sind wir hierhin geraten? Der Film Man of Steel ist trotz völlig anachronistischem Titel unterhaltsam. Kann man gucken, muss man nicht.

Marvel, Mythen, Psychologie

Über Marvel-Figuren (Hulk. Captain America), Mythen und Psychologie.

Die Mythen der alten Griechen werden schon lange und gern als Ausdruck des kollektiven Unterbewusstseins der Menschen gelesen, als Literatur, die grundsätzlich die alle Menschen verbindenden psychologischen Vorgänge darstellt. Kann man Superheld*innen auch so lesen? (Vermutlich bin ich nicht der Erste, der sich diese Frage stellt, aber ich schreibe jetzt einfach mal drauflos und schaue, wo ich lande.)

Marvel Comics | MCU

Um nicht zu weit auszuholen, beschränke ich mich auf die Figuren von Marvel und dort hauptsächlich auf jene, die dank der Verfilmungen aus dem MCU (Marvel Cinematic Universe) und der Serien der letzten Jahre am bekanntesten sind.

Dualismus: Gut gegen Böse

Im Kern sind Superheld*innen-Geschichten simpel gestrickt: Es gibt eine*n Held*in, die*der für Moral, Mut, das Gute steht, und es gibt eine*n Gegenspieler*in („Bösewicht“), die*der Böses will. In der Umsetzung kommen immer noch Feinheiten hinzu, detailliertere Motivation, eine Backstory. Sonst würde es langweilig werden. Dass das Prinzip des Saubermanns gegen den Schurken nicht mehr wirklich zieht, merkt man daran, dass Figuren der guten Seite, die sich mindestens in der moralischen Grauzone bewegen, immer beliebter werden. Denken wir da an Punisher, Deadpool, Wolverine oder auch den Avenger Hawkeye und seine Gewalteskapaden zu Beginn des Films Avengers: Endgame.

Mit dem geringen Unterhaltungspotenzial einer streng dualistischen Welt (Gut vs. Böse) mussten sich die alten Griechen nicht quälen. Der Dualismus wurde in Europa erst durch das Christentum richtig groß (Gott vs. Teufel) und die hatten woanders her, was uns an dieser Stelle aber nicht weiter beschäftigen soll. Liest man heutzutage die Heldengeschichten von damals, wundert man sich, wer da so als Held bezeichnet wird. Moralisch fragwürdig schien eine Grundvoraussetzung zu sein. Interessanterweise kommen dadurch die Figuren der Mythen und die Mythen an sich näher an die Nacherzählung menschlicher Psychologie heran als die modernen Held*innenstorys. Dennoch finden sich einige Comicfiguren, die Grundsätzliches darzustellen scheinen.

Die Angst vor dem Kontrollverlust: Hulk

Dass der Hulk eine Neuinterpretation von Mr. Hyde aus Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde von Robert Louis Stevenson ist, Bruce Banner also ein Pendant zu Dr. Jekyll, muss man wohl kaum in Frage stellen. Mehrere interessante Faktoren spielen hier im Hintergrund mit. Lassen wir mal den klassistischen Ansatz von Stevenson beiseite. Es geht einerseits um den Wunsch, stark zu sein, die eigene Schwäche zu überwinden, und andererseits, die Angst davor, die Kontrolle zu verlieren (aber nicht im Sinne einer Abgabe der Kontrolle an andere Personen, sondern im Sinne einer Aufgabe der Kontrolle über sich selbst). Beide Antriebe einzeln finden wir häufig, aber kombiniert hauptsächlich im Umgang mit Drogen und besonders Alkohol: Ängste überwinden, Selbstbewusstsein und vermeintliche Stärke spüren, aber dafür ein Stück weit die Selbstbeherrschung aufgeben. Geht man zu weit, macht man sich lächerlich (oder stirbt schlimmstenfalls).

Auf einer anderen Ebene kann man die Transformation Banners in den Hulk auch als Wunsch eines Loslassens der Selbstkontrolle lesen, eines Auslebens von Frustration und Wut. Der Hulk ist immer wütend. Das kennen viele von uns. Aber der Hulk lebt seine Wut aus. Das macht ihn für uns interessant. Er handelt nach seinen dunklen Impulsen und hat dabei die Kraft, nicht gestoppt zu werden. Wer sich einmal richtig hilflos gefühlt hat, wird den Gedanken nachvollziehen können, dass man zwar ausrasten könnte, aber dafür umso mehr bestraft würde oder gar nichts bewirken würde. Wie gerne würde man dann zum Hulk werden und die Ungerechtigkeit, die uns widerfährt, zersmashen.

Die Hoffnung auf den Saubermann: Captain America

Weiter oben habe ich den Dualismus in Superheld*innengeschichten angesprochen. Captain America ist ein gutes Beispiel für den Guten. Er ist sauber, höflich, kämpft für das (vermeintlich) Gute, ist blond, männlich, Christ, Amerikaner, moralisch kompromisslos. Captain America ist eine patriotische Erlöserfigur, und vermutlich ist das der Grund, warum ich ihn nicht mag. Er ist die Verkörperung der Hoffnung, dass einer (ohne *) kommen wird, der uns alle rettet. Der Vergleich mit Jesus liegt gar nicht so fern. Captain America wird als „schwacher“ Mann geboren, nicht reich und nicht kräftig, aber hat ein Ziel, das er verfolgt, wie aus himmlischer Hand werden ihm Kräfte verliehen, er scharrt eine kleine treue Gefolgschaft um sich, mit denen er gegen das Böse kämpft und aus dessen Reihen sich später sein größter Gegner erhebt (der Winter Soldier, der durch sein unfreiwilliges Überlaufen zum Feind dennoch einen Verrat begeht), dann stirbt er und kehrt zurück, um die Menschen zu retten. Man könnte es sogar so lesen, dass die Transformation von Steve Rogers zu Captain America die erste Wiederkehr darstellt und die Rückkehr Captain Americas aus dem Eis die zweite: The Second Coming of Christ. Hier könnte man noch sehr weit interpretieren, aber darum soll es ja nicht gehen. Schließen wir also damit, dass die Figur und Story von Captain America nicht eine Darstellung eines Teils grundmenschlicher Psychologie ist, sondern die Darstellung einer anerzogenen, kombinierten Doktrin christlicher und USA-spezifisch nationalistischer Werte. Yay, Propaganda.

Vorläufiges Fazit

Ich habe mich verrannt. Das ist okay. Das ist Teil des Prozesses. Möglicherweise werde ich in nächster Zeit weitere Ideen zu diesem Blogeintrag hinzufügen, gerade fühlt er sich unvollständig und schief an.

Ähnliche Ideen packe ich manchmal in die Filmbeschreibungen der Blogreihe Thuraus Filmtagebuch. Gerade in den Ausgaben vom Juli und der kommenden für August werden etliche Marvel-Filme besprochen.

Hinweis: Vergangenes noch heute. Rezension

Hinweis auf eine Rezension des Romans “Vergangenes noch heute” von Theodoros Iatridis.

Eine Rezension (ein Verriss) des Romans Vergangenes noch heute von Autor Theodoros Iatridis ist ab sofort beim Buchensemble zu finden:

Vergangenes noch heute: Rezension

Wort und Ton: Über Stimmen

Stimme, Stimmung, Erzählstil und Geschrei. Über das Sprechen und Schreiben.

Meine Sprechstimme ist nicht meine Schreibstimme, die Schreibstimme nicht immer die Gleiche, meine Vorlesestimme härter als die Sprechstimme, obwohl sich diese immer mal wieder ändert.

In diesem Blogeintrag soll es um Stimmen gehen und um Wörter: geschriebene und gesprochene.

Stimmung und Stimmen

Aufgeregt spreche ich schnell, hektisch, wie auf Speed. Verängstigt bin ich leise, die Stimme ist schwächer noch als bei Müdigkeit. Spreche ich am Telefon mit Ämtern, klinge ich anders als am Telefon mit Freund*innen, bei diesen jeweils unterschiedlich, und persönlich nochmal anders als am Telefon. Viele Menschen bemerken es nicht, aber man kann einiges an ihren Stimmen ablesen, besonders wenn man sie besser kennt.

Das Gleiche gilt für Schreibstimmen. Wir machen es oft unbewusst, passen unseren Stil an die Begebenheiten des Textes an, werden schneller an spannenden Stellen, werden langsamer in ruhigen Sequenzen. Man entwickelt ein Gespür dafür, vermutlich verstärkt durch gute Lektüre, vielleicht aber auch einfach aus dem Alltag heraus. Erzählpraktiken sind Alltagskommunikationspraktiken. Zwar erzählen wir literarisch eine Geschichte anders als im persönlichen Gespräch, aber dennoch wenden wir auch dort Erzähltechniken an. Wir nutzen Spannung erzeugende Wörter wie „plötzlich“, untermalen unsere Worte mit Gestik und Mimik (was wir beim Schreiben kopieren oder umgehen), setzen seltener ab an spannenden Stellen (schriftstellerisch würde man beispielsweise weniger Unterbrechungen durch Punkte einfügen, sondern längere, hastige Sätze nutzen) oder setzen absichtlich eine Pause vor einem Höhepunkt, um die Spannung weiter zu heben und zu halten.

Gesang und Musik in der Literatur

Es gab mehr als eine Person, die Lyrik mit Musik verglichen hat. Der Rhythmus macht’s. Keine Sorge, ich werde jetzt keinen Vortrag über Metrik und all das hier hinklatschen, sondern nur darauf hinweisen, dass der Rhythmus, mit dem wir etwas persönlich erzählen, sich in der Lyrik widerspiegelt (wenn wir es wollen). In meinem Fall erinnert der Rhythmus der Gedichte eher an den Rhythmus meines Gedankenstroms. Ich spreche sortierter, weil ich schweige, bis ich zusammenhabe, was ich sagen möchte. Aber ich denke sprunghaft, chaotisch, auf mehreren Ebenen zeitgleich. Das gilt zumindest für die Zeiten, in denen ich emotional engagiert und nicht völlig entspannt bin. Gedichte wiederum würde ich nicht schreiben, wäre ich völlig entspannt (was ich ohnehin im Grunde niemals bin). Manchmal durchbreche ich lyrisch meinen Gedankenstrom absichtlich, zerteile ihn, leite ihn um. Auch das ist meine literarische Stimme: Sie widerspricht all meinen anderen Stimmen, wenn sie es will oder muss oder beides, also: soll.

Dass die Ursprünge der Lyrik in frei vorgetragenen Gesängen liegen, wundert wohl niemanden. Die Verbindung zur Musik ist deutlich. Doch schwieriger ist es, Musik in Prosa umzusetzen oder zu übersetzen. Manche Autor*innen machten und machen es sich einfach, indem sie es für die Leser*innen schwierig machen. Sie werfen mit Fachbegriffen aus der Musik um sich, mit denen manche Leser*innen nichts anfangen können. Sie nennen Songs und Stücke, aber bleiben dabei bei einer reinen Nennung, die keineswegs das Gefühl auslöst, das ebendieser Song oder ebendieses Stück selbst auslösen würde. Wie also Musik beschreiben? Schwierige Frage. Ich kann es nicht (oder nicht gut). Die beste Umsetzung beschriebener Musik habe ich bisher bei Proust gefunden in In Swanns Welt, dem ersten Buch der Reihe Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. (Über dieses erste Buch hinaus habe ich es übrigens nie geschafft.)

Geschrei und wirklich lautes Schreiben

Manchmal muss man laut werden, manchmal will man es bloß. Man könnte eine laute Erzählstimme nun mit einer Vielzahl von (falsch gesetzten?) Ausrufezeichen zu erreichen versuchen. Aber das sieht nun einmal behämmert (und alles andere als gekonnt) aus!!! Auch CAPSLOCK ist nicht wirklich eine Option. Doch wann und warum sollte man überhaupt literarisch schreien wollen? Eine erste Antwort wäre recht wörtlich in Dialogen zu finden: eine Figur schreit. Etwas abgehobener fielen mir Lyrik und andere Kurzformen ein, die allgemein etwas freier sind und häufig Gefühle direkter übertragen beziehungsweise direkt von diesen handeln. Ein Gedicht ist ein Schrei, wenn di*er Autor*in es so will oder di*er Leser*in es so versteht.

Im Falle von Dialogen wäre die simpelste Lösung, das Geschrei in Form einer passenden Inquit-Formel zu verdeutlichen: „F*** dich!, schrie sie.“ Oder man lässt di*en Dialogspartner*in etwas Entsprechendes antworten („schrei doch nicht so“). Doch an dieser Stelle könnte man wenigstens die Erregung in der Stimme der sprechenden Figur mit anderen Mitteln darstellen. Ist man wütend, spricht man Sätze oft nicht zu ende, verhaspelt sich, nutzt Kraftausdrücke und Beleidigungen (je nach Situation) und gestikuliert bei alledem. Geschrei ist die Grenze zwischen verbaler Kommunikation und einer Handlung. Näher kommt eine Stimme nicht mehr an eine Tat heran. Gesten kann man in Einschüben beschreiben. Hier kann man stark den Leser*inneneindruck einer Figur beeinflussen, indem man die Gesten gerade in hocherregten Zuständen neutral, ernst, weniger ernst oder sogar lächerlich beschreibt (bewegen, schlagen, wedeln, fuchteln etc.).

Zeit mich zu korrigieren: in stilistisch im Grunde völlig freien Texten wie Gedichten kann man sehr wohl Capslock verwenden oder beispielsweise (nicht gerade für Geschrei, aber generell) die zum Meme gewordene abwechselnde Groß- und KleinScHrEiBuNg, wobei man bei letzterem die Vorkenntnisse der Leser*innen und deren Verständnis und Assoziationen miteinbeziehen muss. Auch damit imitiert man im Grunde einen Sprechakt und ein Augenrollen zugleich.

Macht, was ihr wollt! Die Kunst ist frei. Ich persönlich bin übrigens ein Fan von sparsam aber gezielt gesetzten Kraftausdrücken in Gedichten.

Lesungen & Angst

Wie in der Einleitung erwähnt, klinge ich Gedichte vorlesend völlig anders als im Alltag sprechend. Aus mir nicht wirklich ersichtlichen Gründen, außer vielleicht der deutlicheren Betonung der einzelnen Silben, klinge ich bei Lesungen wie ein Radiosprecher aus den 1950er Jahren, aber mit einer verschmitzten, moderneren Note, weil meine Texte diese erfordern. Das ist natürlich kein Problem, nur eine Feststellung. Problematischer und mit Stimmung und Stimme zusammenhängend ist meine Angst vor Lesungen. Ich spreche nicht gern vor Menschen, spreche manchmal generell nicht gern, und werde leise, sobald ich bemerke, dass mehr als eine Person zuhört.

Warum erzähle ich das? Möchte ich authentischer wirken? Vielleicht. Vielleicht möchte ich mich aber auch pushen, wenn ich jetzt nachtrage, was ich zu tun gedenke, um in Zukunft Lesungen halten zu können:

  • Schritt 1: Texte laut vorlesen, wenn ich allein bin.
  • Schritt 2: Texte laut vorlesen und mich dabei filmen.
  • Schritt 3: Aufgenommene Lesungen, die geglückt sind, hochladen und teilen.
  • Schritt 4: Online Lesungen zu Zeiten, in denen wahrscheinlich niemand zusehen wird.
  • Schritt 5: Lesung (online oder live) vor Freund*innen.
  • Schritt 6: Online Lesungen halten zu Zeiten, in denen potenziell Leute zusehen könnten.
  • Schritt 7: Schritt 6, aber mit Vorankündigung, oder: eine richtige Online-Lesung.
  • Schritt 8: Live-Lesung.

Einzelne Schritte könnte man austauschen oder überspringen, aber grundsätzlich ist das mein hier mein Plan hin zur ersten richtigen Lesung. Da ich bereits mehrfach Angebote bekommen habe, Lesungen zu halten, sollte ich langsam mal loslegen.