Thuraus Filmtagebuch: März 2021

Thuraus Filmtagebuch: März 2021. Neue und alte Film im März 2021, bewertet, kritisiert und teilweise empfohlen.

Auch im März 2021 gibt es wieder eine Episode von Thuraus Filmtagebuch, wie bereits im Januar und Februar. Superheld*innen, tiefe Gespräche, Action, alte Männer und andere unmoralische Figuren stehen diesmal im Vordergrund der Betrachtungen. Doch zunächst die Filmliste:

Die Filme

  • Cosmic Sin (4/10)
  • The Score (6.5/10)
  • Acts of Vengeance (5.5/10)
  • Glory (7/10)
  • Malcom & Marie (7/10)
  • I Care A Lot (6/10)
  • Inside Man (6.5/10)
  • The Way Back (5.5/10)
  • The Truman Show (8/10)
  • The Iron Giant (6.5/10)
  • The Accountant (7/10)
  • Kiss of the Dragon (5/10)
  • SAS: Red Notice (4/10)
  • Justice League (Zack Snyder Cut) (7.5/10)
  • The Irishman (6.5/10)
  • Eddie the Eagle (6.5/10)
  • Billie Eilish: World’s a Little Blurry (7/10)
  • The Danish Girl (5.5/10)
  • Scott Pilgrim vs. the World (6.5/10)
  • The Shape of Water (7.5/10)
  • Free Fire (6/10)
  • Kickboxer (3.5/10)
  • Atomic Blonde (7/10)

Zack Snyder’s Justice League

Ich mag Comics, Graphic Novels und Verfilmungen derselben. Daher stürze ich mich auf alles, was vielversprechend wirkt (oder aus dem Batman-Universum stammt). Filme von DC haben die Tendenz, mal brillant (Joker, The Dark Knight) zu sein, und mal kompletter Müll (Aquaman). Die Kinoversion von Justice League war furchtbar. Ja, es gab passable Szenen, aber man musste sich einfach fragen, wie man aus dem Material so einen Klumpen Filmrotz zusammenklöppeln konnte. Deshalb hatten sich Fans dafür eingesetzt, dass eine neue Version hergestellt wird, die der ursprünglichen Vision von Zack Snyder entspricht, und zum Glück wurde sie umgesetzt. Allerdings auch nicht perfekt.

Mit etwa 4 Stunden Laufzeit ist der Zack Snyder Cut von Justice League exzessiv lang, weshalb mir die vielen Slow-Motion-Szenen etwas witzig vorkamen: Wir haben doch keine Zeit, die vielen Szenen auch noch so langsam anzusehen! An manchen Stellen empfand ich die Musik als seltsam. Sie war plötzlich, laut und dominant da. Das wäre bei Actionsequenzen sinnig, aber bei sentimentalen Szenen wirkt das komisch. Auch ist der Epilog seeeeehr lang. Hoffentlich aus der Notwendigkeit heraus, einige Filmableger und Nachfolger einzubauen, die dann auch (gut!) umgesetzt werden.

Zu den Pluspunkten: Endlich ergibt die Story Sinn. Endlich machen die Actionszenen richtig Spaß, und endlich bekommt die Gegenseite (Steppenwolf, Darkseid, Parademons) mehr Tiefe und geht über wir sind böse und machen böse Dinge hinaus. Die Veränderungen sind massiv. Entscheidende Szenen sind geändert, mal verlängert, mal komplett anders. Wir haben hier also nicht einfach eine Extended Version mit mehr Füllmaterial, sondern einen ganz anderen Ansatz zum Film. Es stellt sich heraus, dass man Zeit braucht, um 5 Hauptfiguren plus Bösewichte ein- und zusammenzuführen, mehrere Filme zu verknüpfen, epische Schlachten zu zeigen und dabei noch eine Geschichte zu erzählen. Die neue Umsetzung ist um Längen besser. Im Geiste dieser Verbesserungen und der damit verbundenen Euphorie schreibe ich das hier. Es dürfte nicht wundern, dass Zack Snyder’s Justice League trotzdem nicht mit den großen DC-Machwerken mithalten kann. Doch für einen bunten Superheld*innen-Weltuntergangs-Schlacht-Film ist er gelungen. Ich bin dafür, dass misslungene Filme häufiger mal aufgebessert werden, besonders wenn sich die Fans dermaßen einig sind. (Nachtrag: In Zack Snyder’s Justice League ist Wonder Woman endlich mal wieder die Heldin, die sie sein sollte, und kein Anhang einer verflossenen Liebschaft, die ganz männlich und völlig überflüssigerweise die Hauptrolle mopst, wie in Wonder Woman 1984.)

Cosmic Sin

Achja, erst habe ich mich gefreut: Weltraum, Aliens, Exoskelett-Roboter-Anzüge und Sci-Fi-Action. Das Ganze mit Bruce Willis. Aber dann musste ich schnell feststellen, dass Cosmic Sin wie ein etwas weniger billig produzierter billiger Film wirkt. Wisst ihr, was ich meine? Es gibt diese bestimmte Optik in billigen Science-Fiction-Filmen: Geschlossene Räume, denen man ansieht, dass die Army-Basis eigentlich eine Lagerhalle ist, Aliens, die Menschengestalt annehmen, um sich die Maske zu sparen, fremde Planeten, die komplett bewaldet sind und aussehen wie (Überraschung!) amerikanische Wälder. Cosmic Sin bietet allerdings hier und da hübsche Space Optik. Da hat sich jemand Mühe gegeben. Leider rettet das gar nichts. Bruce Willis spielt die gleiche Rolle wie immer, diesmal im Weltraum, die Story ist absurd, die Auflösung mehr als fragwürdig (auch moralisch). Faules Storytelling. Nein, danke.

I Care A Lot

Dieser Film hat mich wütend gemacht aus dem simplen Grund, dass alle wichtigen Figuren furchtbare Menschen sind. Dass die Protagonistin als Heldin verkauft wird, obwohl sie wehrlose Menschen ausbeutet, wird nur wenig abgefedert durch den Gedanken, dass man als Zuschauer*in kritisch zuschauen soll. Viele werden das nicht tun, den „Was kümmern mich die anderen, ich will reich werden“-Kapitalismus feiern und die Protagonistin als Heldin missverstehen, weil sie sich gegen die Männerwelt durchsetzt. Sie ist entsprechend angelegt. Eine starke lesbische Frau, die sich von Männern nicht einschüchtern lässt. Eigentlich absolut zu unterstützen. Leider ist sie kein besserer Mensch als ihre männlichen Gegenspieler. Was wird hier kritisiert? Warum spielt man die verschiedenen Aspekte so gegeneinander aus? Ich habe mich unangenehm an The Founder erinnert gefühlt, in der das skrupellose Vorgehen des McDonalds-Founders gezeigt und gefeiert wird. Die Kritik bleibt den Zuschauer*innen überlassen, was für mich oft wie Herausreden aus der Herausforderung wirkt, selbst den Mund aufzumachen. Aber unterhaltsam ist der Film.

The Truman Show

Der diesmonatige Sieger heißt The Truman Show. Ist natürlich schon etwas älter und die meisten werden den Film kennen. Mir gefallen die philosophischen Implikationen des Films (Fragen nach der Realität, Solipsismus, Erfahrung, Eigen- und Fremdblick), die Rolle und Umsetzung von Truman durch Jim Carrey, die Vermischung mit Fragen der Medienethik (auf Seiten der Hersteller*innen und Konsument*innen) und die Kritik am unhinterfragten Voyeurismus der Medienkonsument*innen. Einige der gezeigten Bilder sind einfach herrlich: Der vom Himmel fallende Scheinwerfer, auf dem Kreppband klebt, das den Namen eines Sterns trägt; Die Sonne als Suchscheinwerfer; Die fehlende Rückwand im Aufzug, hinter der Statist*innen stehen und essen (dieser Wink in Richtung einer Welt hinter der Welt, in Richtung einer größeren Wahrheit, auf welcher Ebene auch immer); oder wie Treppe auf der Rückwand der Welt.

The Accountant

Gemischte Gefühle hier. Als Actionfilm ist The Accountant sehr cool. Man spürt allerdings, dass The Accountant mehr sein will als das. Wieso sonst die Autismus-Schiene? Und hier kommt das zwiespältige Gefühl auf. Auf Twitter begegnen mir immer wieder Threads zum Thema Autismus und der falschen Darstellung von Autismus in Filmen und Serien. Ich bin alles andere als ein Experte auf dem Gebiet und frage mich, inwiefern die Darstellung von Autismus in The Accountant in Ordnung ist. Mir erscheint die Darstellung ein wenig romantisiert insofern, dass natürlich mal wieder ein Autist gezeigt wird, der auf mehreren Gebieten hochbegabt ist und dem man seine Andersartigkeit sofort ansieht, also ein Ausnahmefall. Dann wiederum erscheint mir die Erziehung des Protagonisten durch seinen Vater grundfalsch, was ja auch so gewollt ist, wobei gleichzeitig eindeutig gezeigt wird, dass Zucht und Härte effektiv seien. Was wird hier gespielt? Wenn ich den Film The Accountant mit 7/10 bewerte, klammere ich die Punkte aus, von denen ich keine Ahnung habe, und bewerte nur, inwiefern ich als Zuschauer unterhalten worden bin. Sofern ein*e Leser*in sowohl den Film kennt als auch mehr Ahnung hat als ich, würde ich mich über eine Rückmeldung (als Kommentar, per E-Mail oder Twitter) mit Erklärungen freuen.

Malcolm & Marie

Malcolm & Marie ist ein minimalistischer Schwarz-Weiß-Film, der „nur“ aus dem Dialog der beiden Figuren Malcolm und Marie besteht. Wie man vielleicht merkt, schaue ich häufig Filme, bei denen man auch einfach den Kopf abstellen kann. Bei Malcolm & Marie wäre das fatal. Man muss zuhören und sich konzentrieren. Beide Figuren reden schnell und meist in gehobener Sprache, sie machen faszinierende Punkte, über die man durchaus nachdenken sollte, und streiten sich dabei so herrlich, dass man es lieben muss, während man doch sowohl Malcolm als auch Marie abwechselnd unsympathisch findet. Eine tolle Idee, die allerdings Konzentration benötigt. Es wäre ein Klischee, den Film als Wechselbad der Gefühle zu beschreiben, aber ganz falsch wäre es auch nicht.

The Iron Inside Giant Man On His Way Back

Bisher hatte ich es immer vermieden, The Iron Giant zu schauen. Das hat 2 Gründe: 1. Wurde mir x mal gesagt, dass der Film furchtbar traurig sei, und 2. habe ich daraus geschlossen, dass er gut sein muss, weil nur gute Filme echte Traurigkeit auslösen können. Vielleicht habe ich zu lange gewartet? Oder zu viel erwartet? Jedenfalls war ich nicht traurig und nicht immer gut unterhalten. Es gibt allerdings einige tolle Szenen.

Ebenfalls mehr erwartet hatte ich von The Way Back, besonders mehr Härte und menschliches Drama. Statt eines großen Abenteuers auf der Flucht aus einem Sowjetischen Gulag in Sibirien über Tibet bis nach Indien bekommt man eine Aneinanderreihung von Geschehnissen, die in den meisten Fällen hätten weitaus besser dargestellt werden können. Bei einem solchen Film sollte man sich nicht langweilen, finde ich.

Weniger lang und dafür ein passabler Standard-Räucherfilm ist Inside Man. Man hat wohl gehofft, dass der große Twist das Publikum staunen lässt. Aber Inside Man ist nunmal kein The Usual Suspects. Mehr als entspannte Unterhaltung hatte ich nicht erwartet, und ich habe bekommen, was ich haben wollte.

Acts of Vengeance

Der Unfug vom schweigsamen Helden ist nur insofern angenehm, dass diese Helden meist nichts zu sagen haben, das man hören müsste. Vielleicht bleibt uns ja einiges erspart. Die Rolle von Antonio Banderas treibt es bis zum Schweigegelübte. Dann kloppt er aus Rache alle um. Ende. Aber warum müssen immer Frauen und Kinder ermordet werden, damit Männer die Fresse halten und andere Männer kaputtmachen können, damit wiederum weitere Männer ihre Gewaltfantasien filmisch umgesetzt sehen können? Ist das so eine „Wenn ich nichts mehr zu verlieren habe, kann ich tun, was ich will“-Idee? Geht es darum, dass die Familie die Väter davon abhält, sie selbst zu sein, ihre animalischen Gelüste auszuleben, sie allgemein zurückhalten? Andererseits wäre es vielleicht verstörender, würden die Mördermänner nach einer mehrtägigen Gewaltorgie zur Familie zurückkehren als wäre nichts gewesen, oder? Fazit: In Sachen Rachefilmen gibt es definit Besseres.

The Irishman

Es gibt ein paar Gangsterfilme oder Mafiafilme, um die kommt man nicht herum, wenn man sich für das Genre auch nur ansatzweise interessiert. Das wären allen voran The Godfather, Once Upon A Time In America und Goodfellas. Casino wäre auch noch ein Kandidat. Von diesen war mir Goodfellas immer der liebste. Neben der Erzählweise und den typischen Figuren haben diese Filme oft auch noch eine ähnliche Besetzung. Das könnte man langweilig finden, aber für mich war das immer beruhigend. Außerdem schienen die Rollen dadurch umso besser zu passen. Man verband die Schauspieler (ja, immer Männer) schließlich schon mit ähnlichen Rollen. Die ersten 3 Schauspieler, die mir da einfallen, sind: Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci.

Jetzt aber wirklich zu The Irishman. Martin Scorsese hat noch einmal, vermutlich ein letztes Mal, seine Jungs zusammengetrommelt und einen Gangsterfilm produziert. Ein Männerfilm von Männern mit Männern für Männer, alle weiß, alle hetero, Frauen unwichtig, naja. Ignorieren wir den Part mal. Mit etwa dreieinhalb Stunden Laufzeit ist The Irishman lang, so lang, dass meine Konzentration zwischenzeitig mindestens auf die Probe gestellt wird. Das ist wohl mehr mein Problem als das des Films, aber es hängt zusammen. Wieder einmal geht es um den Weg eines Mannes in die Kreise der Mafia, wie in Goodfellas ist er kein Italo-Amerikaner, sondern irischer Abstammung, und um seine wachsende Verquickung in deren Machenschaften.

Ich mag die Erzählweise: Der Alte Mann, der Jahrzehnte zurückblickt, um von dort aus wiederum mindestens ein Jahrzehnt zurückzublicken und von vorne zu erzählen. Sprünge vor und zurück in der Zeit, aber bequem, als würde man in die Geschichte von Opa versinken und sich dann wieder darauf besinnen, dass er ja vor einem sitzt. Der Rest ist das übliche Gangstergemisch aus Mord, Erpressung, Verrat, Polizei usw.

Lustig finde ich, dass Robert De Niro nicht mehr wie früher hier und da den alten Mann spielt und per Maske alt gemacht wird, sondern dass er einfach alt ist und für die Rückblenden jünger geschminkt wird. Das nimmt manchmal witzige Züge an. Wenn ein 75-jähriger einen 40-jährigen spielen soll, reicht etwas Haarfärbemittel nicht. Das Problem sind oft die Bewegungen. De Niro bewegt sich wie ein alter Mann, was ja auch völlig in Ordnung ist, aber eben seltsam wirkt, wenn er einen agilen Mann, der halb so alt ist, spielt. Joe Pesci wiederum hat diesmal den irren kleinen Mörder im Schrank gelassen, den ich immer so großartig fand – Joe Pesci hat als Nicky Santoro in Casino einen Typen mit einem Stift umgelegt lange vor John Wick –, und spielt gelassen und ruhig seine Rolle. Vielleicht liegt es daran, dass er weniger alt wirkt, außer in den Szenen, in denen er alt wirken soll. Al Pacino spielt wie immer Al Pacino, aber unter anderem Namen.

The Irishman löst bei mir vor allem Nostalgie aus. Hätte ich nicht die Vorgeschichte mit einer Liebe zu den großen Mafiafilmen und eben der Besetzung, die The Irishman bietet, hätte er mir weniger gefallen. Ich werde ihn wohl kaum so häufig schauen wie Goodfellas. Ich verstehe den Film als Abschied.

Billie Eilish: World’s a Little Blurry

2020 habe ich dank eines Tipps die Musik von Billie Eilish für mich entdeckt. Gleichzeitig gehöre ich aber seit jeher zu den Menschen, die Musik lieben, ohne viel über Bands und Künstler*innen zu wissen. Die Hintergründe sind mir häufig egal, Konzerte besuche ich, aber Konzertaufnahmen interessieren mich selten, und das Privatleben der Musiker*innen ist nicht meine Sache. Dennoch habe ich die Doku World’s a Little Blurry über das Leben von Billie Eilish gesehen. Faszinierend, welche Sichtweise und künstlerische Kraft Billie als Teenagerin bereits hatte. Besonders spannend finde ich die Zusammenarbeit mit ihrem Bruder, Schauspieler und Produzent Phineas Eilish. Man spürt die große Vertrautheit der beiden, die noch immer Songs gemeinsam in seinem Zimmer im Familienhaus schreiben und aufnehmen.

Es ist wohl kaum eine Frage, dass Billie Eilish: World’s a Little Blurry ein Film ist, den man als Fan gesehen haben sollte, aber auch für Leute wie mich, die lediglich ihre Musik lieben und die Musikvideos mögen, aber keine vorschriftsmäßigen Fans sind, ist die Doku sehenswert. So kann es auch gehen. Inspirierend könnte man den Film noch nennen. Ich freue mich auf weitere Musik von Billie Eilish.

Atomic Blonde

Der Spionagefilm Atomic Blonde beinhaltet einige der genialsten Nahkampfszenen überhaupt. Dabei ist nicht nur die Choreografie gemeint, sondern auch Kamera und Schnitt. Die Kampfszenen sind relativ lang und kommen entweder komplett ohne oder scheinbar ohne Schnitte aus, weil diese Schnitte extrem gut versteckt sind. Keine wilden Wechsel, sondern das Erlebnis, mittendrin zu sein, als müsste man selbst den Leuten ausweichen, die sich bis aufs Blut bekämpfen.

Die Besetzung des Films ist mit Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Eddie Marsan, Toby Jones und anderen ebenfalls gelungen. Ein relativ harter Streifen im Berlin nur Tage vor dem Mauerfall mit einer starken weiblichen Hauptfigur. Klare Empfehlung.

Mehr gibt es am 30.04.21.

Das Maurerdekolleté des Lebens: 1. Buchgeburtstag

Infos und Gedanken zum 1. Buchgeburtstag von “Das Maurerdekolleté des Lebens: Drei surreale Geschichten”.

Am 29.03.2020 wurde Das Maurerdekolleté des Lebens: Drei surreale Geschichten veröffentlicht und damit mein drittes sowie kürzestes Buch. Als E-Book ist es noch immer über alle gängigen Vertriebswege (z.B. Amazon, Thalia) erhältlich, für kurze Zeit für nur 99 Cent.

In diesem Blogeintrag möchte ich noch einmal über die drei Geschichten in Das Maurerdekolleté des Lebens nachdenken und über einige Themen, die wenigstens entfernt damit zusammenhängen.

Baustellen

Kaum eine Geschichte hat eine für mich so präsente Ideengeschichte wie Das Maurerdekolleté des Lebens. Sobald ich mich frage, wie ich auf die erste der drei Geschichten gekommen bin, sehe ich mich selbst auf dem Heimweg, sehe den Bürgersteig voller Absperrungen, rote und weiße Streifen, gelbe Lampen, und höre den Lärm von Baumaschinen. Die Absperrungen bilden Gassen auf dem eigentlichen Weg, beschränken und verändern ihn. Ich muss nicht dort entlang, aber wohin führen sie? Wohin könnte so ein Weg führen? Und die Geschichte war geboren.

Optionen / Abzweigungen

Jede Weggabelung erfordert eine Entscheidung. Jede Entscheidung ändert alles, was nach ihr folgt. Wenn die Eingesperrtheit der ersten Geschichte, die mit Das Maurerdekolleté des Lebens den Titel des gesamtes Buches trägt, vermieden werden könnte – und sollte es nur versehentlich sein –, würde sich auch hier alles verändern. Aus einem Leben wird ein anderes Leben. Aus einem Menschen wird ein anderer Mensch. So ist die zweite Geschichte, Das Maurerdekolleté des Todes, entstanden.

Alle Wege führen nach Rom, aber nur einer in den Senat

Wenn unsere Lebenswege auf dem Konstrukt anderer Personen(gruppen) basieren und unsere Entscheidungen bloß Pseudo-Entscheidungen sind, weil die Optionen vorsortiert und gefiltert sind, scheint es auf den ersten Blick nur zwei Wege zu geben: Mitschwimmen oder Verweigern. Die Verweigerung ist der Weg des Protagonisten in Das Maurerdekolleté des Todes. Da dieser Weg nur selten etwas Neues erschafft, also uns nicht weit genug vom Konstrukt der Mächtigen entfernt, werden wir meistens eingeholt, wenn wir uns überhaupt zeitweise losreißen können. Allerdings gibt es noch einen dritten Weg, der den allermeisten Menschen verschlossen bleibt: Mitmischen. Diesen Weg geht der Protagonist in Das Maurerdekolleté der Gefräßigkeit. Weder opfert er sich dem Moloch, noch flieht er vor ihm, nein, er wird Teil des Monsters. Diese Option bringt die meisten weltlichen Vorteile und kostet uns bloß unsere Menschlichkeit.

Moment mal

Natürlich sollte man jetzt denken: Man kann das System auch von innen verändern! Oder: Es gibt doch noch mehr Wege! Absolut richtig. Mir ist beim Konzipieren des Gesamtprojekts von Das Maurerdekolleté des Lebens schnell aufgegangen, dass ich es abbinden muss, bevor es außer Kontrolle gerät. Der Protagonist Theo verlässt das Haus. Er geht nach rechts, links oder geradeaus. Drei Optionen, drei Lebensläufe. Aber auf jedem Weg könnte er zu jedem Zeitpunkt anders handeln als er es tut. Damit wird jeder Augenblick zur Weggabelung, und jede Weggabelung ist der Beginn eines veränderten Lebenslaufes. Ein einziges Leben hat beinahe unendlich viele Optionen und Variationen zu bieten. Entsprechend viele Geschichten hätte ich erzählen können.

Natürlich fußt das Konzept der Geschichten nicht auf der Figur Theo, sondern auf einer symbolischen Ebene. Die Geschichten bedeuten mehr. Dennoch könnte man auch hier x-fach variieren und immer mehr Feinheiten und Spielarten verbauen. Theo könnte geradeaus gehen, sich an die Spitze kämpfen und aus dieser Machtposition heraus die Welt retten. Oder er scheitert. Er könnte das System aktiv bekämpfen, anstatt sich zu verweigern. Es gibt beinahe unendlich viele Wege, die nur von den Regeln der Physik, den Möglichkeiten des menschlichen Körpers und Geistes sowie der Beschränkung durch die Zeit eingedämmt werden. (Innerhalb des surrealen Konstrukts der Geschichten wäre sogar eine Loslösung von der Physik denkbar.) Das alles in ein einziges literarisches Projekt packen zu wollen, käme dem Versuch nahe, die unendliche Bibliothek von Borges nachzubauen.

Literatur ist niemals abgeschlossen. Ein Buch ist niemals fertig, sondern wird zum passendsten Zeitpunkt abgebrochen. Das Projekt endet jedes Mal mit dem Abbruch.

Und was ist dann passiert?

Das Stichwort März 2020 wird bei vielen Assoziationen zur Pandemie wecken. Damals hat es in Deutschland angefangen. Nicht nur für mich war und ist die Pandemie kraftraubend. Vielleicht ist das der Grund, warum nicht viel Werbung und nicht viele Aktionen rund um diese Veröffentlichung gemacht wurden. Allerdings hat es Rezensionen von KeJas Wortrausch und dem Reisswolfblog gegeben. Außerdem Blogartikel über die Entstehung des Covers, über Gedanken zum Thema Erleuchtung und über eine kleine Szene mit dem Titel Zu gut, um wahr zu sein.

Das Leben geht weiter. Hoffen wir das Beste.

Auch wenn Das Maurerdekolleté des Lebens ein bisschen untergegangen sein mag, bin ich dennoch stolz auf das Büchlein, und mit ihm endete natürlich nicht mein Weg. Seit der Veröffentlichung bin ich offiziell Mitglied bei Nikas Erben geworden, deren nächste Anthologie mit zwei Geschichten von mir noch 2021 erscheinen wird, sowie Rezensent beim Buchensemble, wo regelmäßig Rezensionen von mir veröffentlicht werden. Außerdem durfte ich zu Gast sein beim Podcast von Kia Kahawa in den Folgen Unser Schreibprozess, Bücher und Leseempfehlungen und Buch- und Autorenmarketing sowie beim Podcast von S. D. Foik Buch & Bühne in der Folge Der Krieg des Autors mit der leeren Seite.

Natürlich folgte auch noch meine Kurzgeschichten-Anthologie Erschütterungen. Dann Stille., zu der auf dem Blog regelmäßig Artikel gepostet werden (zu jeder Geschichte einer).

Newsletter

Wie regelmäßige Leser*innen bereits gemerkt haben werden, gibt es seit Kurzem das Angebot eines Newsletters auf dem Blog. Dort werdet ihr monatlich informiert über neue Blogartikel, Aktionen, Gewinnspiele und mein Autorenleben. Obendrauf werden über den Newsletter exklusiv Texte und Textausschnitte geteilt werden. Ich würde mich freuen, auch über dieses Medium mit euch in Kontakt treten zu können.

Das Maurerdekolleté des Lebenswerkes

Am Ende solcher Texte steht wohl immer ein Blick in die Zukunft. Perspektiven sind wichtig. Ich selbst hangele mich zu Zeiten von einem Projekt zum nächsten, um nicht unterzugehen. Deshalb könnt ihr euch sicher sein, dass ich permanent an etwas arbeite.

Das Maurerdekolleté des Lebens: Buchgeburtstag (Selfpublisher) - Schreibprojekt Meme
[Meme irgendwo gefunden, nicht selbst erstellt]

Während ich das hier tippe, stehe ich kurz vor der Fertigstellung meines zweiten Romans, einer Dystopie mit einigen Twists. Ich werde versuchen, das Buch bei Verlagen unterzubringen. Das wird leider Zeit kosten. Diese Zeit überbrücke ich mit Rezensionen, Blogartikeln, Newslettern, Texten für Ausschreibungen, hoffentlich ein paar Interviews und Podcasts (darauf hätte ich mal wieder Lust) sowie möglicherweise weiteren Kleinstveröffentlichungen (Kurzgeschichten, Erzählungen) ähnlich wie Das Maurerdekolleté des Lebens.

Syltse / Ich rezensiere mich

Über den Text “Ich rezensiere mich” in der Winterausgabe des Literaturmagazins Syltse, über Selbstbild und Fremdbild und gute Rezensionen.

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle über Kurzprosa geschrieben als Teil einer längeren Blogreihe rund um den Erzählband Erschütterungen. Dann Stille.. In der Winterausgabe des Literaturmagazins Syltse ist ein weiterer kurzer Prosa-Text von mir veröffentlicht worden. Ihr erinnert euch vielleicht an den Hinweis hier auf dem Blog und vorher den Blogeintrag Wie ich Ausschreibungen angehe? Das dort erwähnte Beispiel gehörte zur Ausschreibung für Syltse. Hier soll es also um den Text Ich rezensiere mich gehen. Als Print zu kaufen oder kostenlos (beziehungsweise bezahlt durch eine freiwillige Spende) online einzusehen, gibt es das Magazin hier: Syltse: Anders.

Ich rezensiere mich

Wie ist der Text entstanden? Man kann sich unschwer zusammenreimen, dass meine Tätigkeit als Rezensent für das Buchensemble eine Rolle gespielt hat. In der Entstehungszeit des Textes habe ich mich nicht nur mit dem Verfassen von Rezensionen befasst, sondern auch mit ihrem Sinn und Aufbau. Ich dachte darüber nach, wie viel Bedeutung eine Skala mit 5 Sternen hat und ob sie überhaupt eine echte Bedeutung haben kann. Gerade komplexe Produkte wie Bücher sind kaum in einem solchen Schema greifbar. Man benötigt einen sinnigen Begleittext, eine Rezension eben. Aber wer hat im Normalfall Zeit und Lust? Außerhalb der Rezensententätigkeit rezensiere ich so gut wie nie Produkte.

Hinzu kommt die seltsame Tendenz, Produkte und Erlebnisse in Superlativen zusammenzufassen und entsprechend zu bewerten. Dinge sind in den Augen vieler entweder fantastisch oder unglaublich schlecht. Man vergibt 1 Stern oder 5 Sterne. Autorenkollege Marco M. Anders hat das ungefähr zur gleichen Zeit gut analysiert und veröffentlicht im Blogeintrag: Wie bewertet man eigentlich schlechte Medien?

Einschub: Fast schon Lyrik

Es gibt Streit um den Begriff der Prosadichtung, da einige Literaturwissenschaftler*innen ein Gedicht einzig durch die Einteilung in feststehende Verse konstituieren. Ohne Vers kein Gedicht. Andere suchen die Definition eines Gedichts an anderer Stelle. Es gibt als Gedichte vorgestellte Texte, die lediglich aus der Aufstellung einer Fußballmannschaft bestehen. Auch ein Kassenbon wäre nach der Vers-Definition ein Gedicht, würde es dazu erklärt werden. Die Kritik daran und die Suche nach anderen Kriterien (Sprache, lyrische Subjektivität etc.) erscheint sinnig, ist aber schwierig und meines Wissens nach nicht abgeschlossen.

Was unumstritten ist, ist die Existenz von Prosa-Texten, die an Lyrik erinnern, obwohl sie nicht in Versen verfasst sind. Mir wurde mindestens einmal gesagt, dass sich manche meiner Texte (wie z.B. Der Mitatmer in Erschütterungen. Dann Stille.) unter diese Kategorie fassen ließen. Ich wage nicht recht, das zu bestätigen, da sich für mich eigene Texte verständlicherweise anders lesen als für andere. Aber, sofern die Aussage korrekt sein sollte, zählte Ich rezensiere mich ebenfalls zu den Prosagedicht-ähnlichen Texten. Damit wäre meine mehrmals getroffene Aussage, dass Erschütterungen. Dann Stille. eine Vermittlerrolle zwischen den reinen Prosa-Texten (Sorck und Das Maurerdekolleté des Lebens) und der Lyrik (Alte Milch darstellt, ein wenig bestätigt. Vielleicht kann man diese Aussage auf alle Kurzprosa-Texte ausweiten.

Die Sache mit dem Selbstbild

Die Beobachtung des eigenen Selbstbildes und des Bildes, das verschiedene Fremde von einem haben, kann hochinteressant sein. Für manche Freund*innen, bist du noch immer die gleiche Person wie vor 15 Jahren, als sie dich kennengelernt und sich ein Bild von dir gemacht hatten. Personen, die dich noch nicht so lange kennen, halten dich für eine*n andere*n. Kennt man dich nur oder zuerst online und erst dann persönlich, kann der Eindruck ein völlig anderer sein, als wenn man sich direkt persönlich (IRL) kennenlernt. Das Selbstbild ist nicht weniger tückisch. Man hatte als Teenager Übergewicht, das aber seit vielen Jahren verschwunden ist. Trotzdem hält man sich für dick. Nach dem Sport fühlt man sich attraktiver (was auch an der Ausschüttung von Hormonen liegt). Abends ist man nicht die gleiche Person wie morgens. Die Perspektive wandelt sich manchmal sehr schnell und manchmal ändert sich das Bild überhaupt nicht. Es spielen zu viele Faktoren mit rein.

Sich selbst erklären

Und dann gibt es diesen Drang, sich selbst zu rechtfertigen und sich zu erklären, darzustellen, wer man eigentlich ist, Werbung zu machen für die eigene Lebensart, sich positiv darzustellen oder die anderen nicht zu viel erwarten zu lassen. Bekommst du ein Kompliment, machst du dich selbst schlecht. Beleidigt man dich, verteidigst du dich. Gleichzeitig fragst du dich aber, ob nicht doch ein Fünkchen Wahrheit an der Beleidigung steckt? Gef**kt von der eigenen Psyche.

Manche von uns verbringen ihr Leben damit, herauszufinden, wer wir eigentlich sind. Glauben wir dann, etwas herausgefunden zu haben, wollen wir die Info teilen und dann wollen wir wieder nicht auffallen und nicht stören und uns nicht zu wichtig nehmen. Wir zerfressen uns selbst.

Wer zur Hölle bin ich?

Vor dieser Frage stehen wir dann. Nicht erst am Ende, sondern auch am Anfang und in der Mitte, immer wieder und wieder. Wer zur Hölle bin ich und was bin ich wert? In solchen Momenten möchte ich die Welt einreißen und mich gleichzeitig entschuldigen. Feuer entfachen und mich wegkerkern. Darum geht es. Ich rezensiere mich ist ein Aufmerksammachen, ein Fingerzeig auf genau diese Mechanismen und Probleme. Es ist kein spezifisch persönlicher oder gar autobiographischer Text, aber er behandelt ein Thema, das mich durchaus selbst betrifft. Mein Selbstbild ist gestört und keineswegs festgelegt.

Die grundlegenden Fragen und das kreisförmige Zerdenken, das in Ich rezensiere mich zelebriert wird, ist mir eindeutig bekannt, aber die angesprochenen Details sind fiktiv. Ich schütze mich, indem ich eine Erzählerfigur vorschicke. Das gehört sich so.

Es tut gut

Hören wir auf mit der Negativität und konzentrieren uns auf den Erfolg: Ich wurde von einer Literaturzeitschrift abgedruckt, die es schon eine ganze Weile gibt. Syltse ist nicht völlig unbekannt. Auf diese Veröffentlichung bin ich stolz und würde meinen Namen gerne häufiger in fremdem Druckwerk lesen. Idealerweise dann in der korrekten Schreibweise.

Update: Das nächste Projekt

Über die nächste literarische Veröffentlichung und Projekte, die ich noch) nicht geschafft habe.

2020 ist für viele Menschen ein schwieriges Jahr gewesen und noch ist es nicht vorbei. Meine Pläne für dieses Jahr sind massiv durcheinander geraten und vieles hat einfach nicht geklappt. Dennoch konnte ich Das Maurerdekolleté des Lebens veröffentlichen, an einigen Ausschreibungen teilnehmen, den Blog neu gestalten und die Arbeit fürs Buchensemble beginnen. Es folgt ein kleiner Rückblick auf nicht umgesetzte Projekte und eine Vorschau auf die Zukunft.

Nicht geschafft

Den zweiten Roman, der als Rohfassung mit einigen Überarbeitungsdurchläufen bereits weit fortgeschritten ist, konnte bisher leider nicht fertiggestellt werden. Es wird dieses Jahr auch nicht mehr klappen. Ursprünglich sollte er bereits seit Monaten in verschiedensten Postfächern (digital und analog) von Verlagen liegen. Doch bevor das geschehen kann, werde ich mich gewissenhaft daran zu schaffen machen. Einige Monate wird das dauern und vorher stehen noch andere Projekte an.

Bald geschafft

Die nächste Veröffentlichung, die schon so weit fortgeschritten ist, dass ich mir sicher genug bin, sie für dieses Jahr noch ankündigen zu können, wird ein Erzählband sein. Damit werde ich die heilige Dreiheit der Literatur vollendet haben: Roman, Gedichtband, Erzählband. Das ist natürlich nicht der einzige Grund für dieses Projekt. Ich habe Autor*innen immer für ihre Kunst bewundert, in kürzesten prosaischen Texten ganze Schicksale unterzubringen, von Wolfgang Borchert über Jorge Luis Borges bis Ingeborg Bachmann (und natürlich auch bei Autor*innen, deren Name nicht mit B beginnt). Ob ich selbst auch nur ansatzweise mithalten kann, wird die Leserschaft entscheiden müssen. Für die nächste Anthologie von Nikas Erben hat es jedenfalls gereicht und darauf bin ich sehr stolz.

Erzählung oder Kurzgeschichte?

In der Buchbubble wird gerne jede Geschichte, die kürzer als ein Roman ist, als Kurzgeschichte bezeichnet. Ganz korrekt ist das nicht. Daher bezeichne ich das Buch nicht als Kurzgeschichtensammlung, sondern nenne es Erzählband. Es werden Kurzgeschichten darin vorkommen, aber eben auch Erzählungen. Die Texte werden unterschiedlich lang sein, von einer Seite bis zu etwa 30 Seiten Umfang. Durch die vielen kürzeren Geschichten werden etwa 30 Texte ins Buch kommen.

Worum soll es gehen?

Stilistisch und inhaltlich wird es große Unterschiede zwischen den Geschichten geben. Aber kein Text wird Leser*innen, die mich kennen, als Stilbruch erscheinen. Vom Genre her variieren die Storys zwar, aber kreisen alle um den Mix aus Gegenwartsliteratur, magischem Realismus, Surrealismus, den man von mir gewohnt ist, mit einer stilistisch ins Konzept passenden Science-Fiction-Geschichte und ein paar Versuchen ins Horror-Genre.

Düster wird es werden, schmerzhaft, seltsam und etwas gruselig. Es wird um Liebe gehen, um Alkohol, Rache, Versuche, mit sich selbst klarzukommen, die nicht immer funktionieren.

Was sagen die Testleser*innen?

Ich habe Herzen gebrochen, Tränen verursacht und gut unterhalten. So viel kann ich gerne verraten. Die meisten Geschichten wurden von mehreren ausgezeichneten Autor*innen testgelesen. Zum Glück. Nicht nur wurde ich auf verschiedenste Schwächen und Fehler hingewiesen, ich durfte auch völlig unterschiedliche Lesarten und Verständnisansätze kennenlernen. Ich bin unheimlich gespannt, ob und wie dieses Buch bei anderen Leser*innen ankommen wird.

Der Blog

Wie bereits beim Roman Sorck, dem Gedichtband Alte Milch und Das Maurerdekolleté des Lebens wird es auch für den Erzählband mehrere Blogeinträge geben, die auf bestimmte Aspekte des Buchs und einzelner Geschichten eingehen. Geplant ist das übrigens auch für die nächste Anthologie von Nikas Erben. Ihr dürft euch also auf weitere Einblicke in die Werkstatt freuen!

Wann wird das Buch erscheinen?

Nun, wenn ich nicht wieder einknicke unter dem Druck der Seuche, persönlicher Probleme oder globaler Dämlichkeit, sollte das Projekt im November abgeschlossen sein. Ich hoffe, dass es zu Weihnachten unter allen möglichen Bäumen liegen wird. Als Geschenk, nicht weggeworfen.

Seid ihr gespannt? Gibt es Menschen, die bereits vorhaben, das Buch zu kaufen, ohne wirklich etwas darüber zu wissen? Es würde mich freuen.