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Technologie, wo immer man hinschaut

Gedanken über spät erkannte Zusammenhänge, Technologie, das Silicon Valley, Kunst und künstliche Intelligenz.

Kennt ihr das? Ohne größere Planung kristallisiert sich ein Themenkomplex aus dem heraus, was man derzeit an Literatur, Filmen, Musik konsumiert. Dann merkt man, dass man etwas getroffen hat: Den Zeitgeist, eine Mode, eine Entwicklung. Oder nur den Anschein eines dieser Dinge. So ist es mir in den letzten Monaten ergangen. Und zwar ging es um Zukunftstechnologie und das Silicon Valley. Ich werde versuchen, aus dem Gefühl, etwas Wichtiges bemerkt zu haben, einen Blogartikel basteln. Schauen wir mal, ob das klappt.

Mit Hoffnung fing es an

In meinem Bekanntenkreis befinden sich nicht nur Künstlerpersönlichkeiten, sondern auch der eine oder andere Geschäftsmensch, Managertypen. Aus der Richtung wurde mir damals das Buch Menschheit 2.0 von Ray Kurzweil empfohlen. Kurzweil ist Zukunftsforscher und kalkuliert die Entwicklungen der Zukunft bis hin zur computertechnischen Bewusstwerdung des gesamten Universums in einigen Jahrhunderten. Ziemlich abgedrehtes Zeug, aber auch spannend. Damals hatte ich eine Rezension verfasst, die beim Buchensemble veröffentlicht worden ist: Nanobots und Unsterblichkeit – Menschheit 2.0.

Wie man an der Rezension unschwer erkennen kann, war ich angetan von den dargestellten Ideen. Hauptsächlich lag das wohl daran, dass sie Hoffnung machten. Nanobots, die alles reparieren und heilen könnten. Technologische Heilsversprechen. Im Nachhinein denke ich, dass die Rezension weniger positiv hätte ausfallen können. Zwar war einer der Aufhänger, dass das Buch besonders für Autor*innen von Science-Fiction geeignet sein könnte, was vorerst wertneutral ist. Doch muss ich zugeben, dass ich auch wirklich einige Weltrettungsfantasien dank Menschheit 2.0 entwickelt hatte.

Problematisch an Menschheit 2.0 und Ray Kurzweil ist die dargestellte Weltsicht, das Menschenbild.

Vor der Lektüre des Buches hatte ich mehr über Vergangenes gelesen als über möglicherweise in der Zukunft Anstehendes. Vielleicht hat es mich deshalb gepackt. Menschheit 2.0 geht noch weit über Homo Deus von Yuval Noah Harari hinaus. Harari zeigt Entwicklungen, die es bereits gibt und zieht Schlüsse daraus, die allerdings nicht wer weiß wie weit vorgreifen. Kurzweil wiederum schreibt eigentlich mehr Science-Fiction.

Erklärungen, Gegenperspektiven

Dank des Newsletters der Autorin Berit Glanz, der ich auf Twitter folge und die sich unter anderem während ihrer Netzresidenzzeit des Literaturhauses Bremen mit künstlicher Intelligenz, Kunst, Natur und Literatur beschäftigt hat, bin ich auf das Buch Was das Valley Denken nennt von Adrian Daub gestoßen. Adrian Daub erklärt die Grundlagen und Fehler des Denkens des Techsektors im Silicon Valley, woher die Philosophie stammt, die etliche Vertreter*innen des Valleys geprägt hat. Man erhält also eine Art Gegenperspektive oder bessere Einordnung der Rhetorik und des Optimismus’ der Valley-Gurus wie Ray Kurzweil. Man wird wieder geerdet nach den hochschwingenden Visionen aus Menschheit 2.0. Auch für alle, die Menschheit 2.0 nicht gelesen haben, ist Was das Valley Denken nennt interessant, da die Produkte und Sichtweisen des Silicon Valley überall um uns herum genutzt, verkauft, vertreten, beworben werden.

Musik? Musik!

Wer meinen Newsletter abonniert hat, hat bereits Anfang April das Vergnügen gehabt, die Musik von Penelope Scott, speziell den Song Rät, empfohlen zu bekommen. In Rät geht es genau um das Thema des vorherigen Absatzes: Rhetorik, Philosophie, Personen, Wahrheiten und Lügen des Techsektors. Elon Musk ist der Song gewidmet und das hört man unmissverständlich raus, wenn sie singt: you promised you’d be Tesla, but you’re just another Edison. Ein kritischer Song, der einem nicht mehr aus dem Song geht. In Bits geschredderte Ohrwurmgarantie und wieder im Oberthema angesiedelt.

Lyrik auch noch!

Um den Themenkomplex abzurunden, habe ich auch noch das Buch poesie.exe von Herausgeber Fabian Navarro gelesen. Das klingt so planmäßig, aber die Wahrheit ist, dass mir der Themenkomplex erst später bewusst geworden ist. In poesie.exe finden sich Beiträge verschiedener Autor*innen, die ihre Texte jeweils mit verschiedenen Techniken hergestellt haben. Lyrik, aber experimentell und in vielen Fällen mit Hilfe von Software oder selbstgebauten Dichtmaschinen hergestellt. Eine Rezension gibt es beim Buchensemble zu lesen. Die Vermischung aus etwas manchmal fast archaisch Wirkendem wie Lyrik und etwas Modernem wie künstlicher Intelligenz ist an sich bereits faszinierend. Wenn man dann noch, wie ich hier, schlagartig feststellt, dass sich (zufällig) aus mehreren Lebens- und Erfahrungsbereichen ein einziges Thema herauskristallisiert, das sich erneut offenbart, und zwar nicht als Ausreißer, sondern als Teil meiner (mehr oder minder) typischen Lektüre, wird ein Teil des Gehirns gekitzelt, der mehr von der Welt erwartet als Alltag. Ich kann es noch immer nicht recht packen, was ich damit meine, dabei denke und empfinde.

Filme

Hollywood hat längst künstliche Intelligenz als Thema entdeckt und das bereits vor Terminator. Nicht umsonst wirken manche technologischen Entwicklungen auf uns wie Science-Fiction. Einige dieser Entwicklungen waren früher Science-Fiction. KI, Verschmelzung des menschlichen Geistes mit Computern, Roboter (auch in Kombo mit starker KI) werden gefeiert und gefürchtet. Filme und Serien mit düsteren Zukunftsvisionen sind Legion. Sowohl in Thuraus Filmtagebuch für Januar 2021 als auch Februar 2021 gibt es Vertreter dieser Kategorien mit Outside the Wire und Chappie.

Neben diesen Blicken in die vermeintliche Zukunft gibt es auch immer wieder Filme und Serien, die zurück auf die Entwicklung des Silicon Valley oder das Leben ihrer Vertreter*innen schauen. Historische Sendungen über Computertechnologie. Damit hatte ich als Teenager auch nicht gerechnet.

Was will uns der Autor damit sagen?

Gar nichts. Oder alles. Ich weiß es nicht. Das Thema ist überall. Mich fasziniert das Zusammentreffen der verschiedenen Werke, die auf verschiedenen Wegen zu mir gefunden haben, aber dennoch eine Verbindung aufweisen. Mich fasziniert auch der Gedanke, dass die Verbindung zwischen diesen Werken auf ein größeres Netz von Verbindungen hinweist oder hinweisen könnte. Verknüpfen sich viele kleine Dinge zu einem größeren Ganzen oder tröpfelt das große Ganze bis ins Kleinste hinein und ändert es? Die Veränderungen der Gesellschaft schlagen sich in Büchern nieder, aber Bücher verändern auch die Gesellschaft. Danke, ciao!

Hinweis: poesie.exe | Rezension

Hinweis auf eine Rezension des Gedichtbands “poesie.exe” beim Buchensemble.

Eine Rezension des Gedichtbandes poesie.exe von Herausgeber Fabian Navarro ist seit heute online:

Wenn Skynet dichtet: poesie.exe

Thuraus Filmtagebuch: Mai 2021

Thuraus Filmtagebuch: Mai 2021. Filme geschaut, beschrieben und bewertet von Matthias Thurau.

Herzlich willkommen zur Mai-Ausgabe des Filmrückblicks: Thuraus Filmtagebuch. Diesmal geht es um eine ganze Menge (einen Haufen?) schlechter oder mittelmäßiger Filme. Ich gebe gerne zu, dass ich häufig lieber mittelmäßige als gute Filme schaue, weil sie entspannender sind. Ganz so geplant war das aber doch nicht. Hier sind die Filme.

Die Filme

  • Mortal Kombat (2021) (6.5/10)
  • Anon (7.5/10)
  • The Mitchells vs. The Machines (5.5/10)
  • Archive (4.5/10)
  • New Kids Turbo (5.5/10)
  • The Last Stand (5/10)
  • Under Siege (Alarmstufe Rot) (5.5/10)
  • In China essen sie Hunde (5.5/10)
  • Daddy’s Home (4.5/10)
  • Fifty Shades of Grey (3/10)
  • Pitch Perfect 2 (6/10)
  • The 13th Warrior (6/10)
  • Gunhed – The Ultimate Battle (4/10)
  • Frozen (5.5/10)
  • Con Air (5.5/10)
  • Dodgeball (6/10)
  • Live by Night (6/10)
  • Down Periscope (3/10)
  • R.I.P.D. (4/10)
  • National Treasure (6/10)
  • Mr. Popper’s Penguins (5/10)
  • Army of the Dead (6/10)
  • The Royal Tenenbaums (7.5/10)
  • Kill Chain (4/10)
  • Voyagers (5.5/10)
  • Der Schuh des Manitu (5/10)
  • Live Die Repeat: Edge of Tomorrow (7/10)
  • The Cold Light of Day (5.5/10)

Mortal Kombat (2021)

Wie bereits im April-Filmtagebuch angekündigt, folgt diesmal die neueste Verfilmung des Mortal Kombat Universums, und wie vermutet (oder erhofft), ist die 2021er Version in vielerlei Hinsicht besser. Die Kampfszenen wirken (meistens) realistischer und die CGI ist natürlich um mehrere Generationen weiter als im Film von 1995. Inhaltlich bietet Mortal Kombat auch 2021 keine Tiefe, was aber klar sein sollte bei dem Konzept. So etwas wie Frische kommt hinein, indem man eben kein Turnier stattfinden lässt, sondern sich alles (eigentlich den Regeln des Mortal Kombat widersprechend) außerhalb des Turniers oder vorher abspielt. Für mich sind solche Streifen Quatsch-Filme, von denen ich nichts erwarte als Action und Cheesyness. Das liefert Mortal Kombat auch 2021 wieder. Einen halben Pluspunkt vergebe ich, weil man den Film so schnell wieder vergisst, dass man ihn problemlos mehrmals gucken könnte.

Anon

Wie der Name schon sagt, dreht sich Anon um Anonymität, Datenschutz, Privatsphäre. Dargestellt wird eine Zukunftsgesellschaft, in der es legal keine Anonymität mehr gibt und das gesamte Leben direkt durch die Augen und Ohren der Menschen aufgezeichnet wird. Die Polizei hat Zugriff auf alle Daten und kann so sämtliche Verbrechen lösen, indem sie einfach alle Taten aus Sicht aller Beteiligten ansieht. Doch dann geschehen Morde, an denen eine anonyme Person beteiligt ist, und auch die Aufzeichnungen der Opfer helfen nicht bei der Lösung des Falls.

Was mir besonders an Anon gefallen hat, sind die Stille und die graue Tristesse der dargestellten Gesellschaft. Wenn alles über in den Körper integrierte Computer abläuft, muss man nur noch sehr wenig sprechen. Niemand stellt sich vor, weil alle Namen und Daten bekannt sind, niemand redet beim Kauf eines Hotdogs, weil Bestellung und Abrechnung über den Computer erfolgen. Unterstrichen wird diese Stimmung noch durch den reduzierten Einsatz von Musik.

Gruselig wird Anon immer dann, wenn durch Hacks die Wahrnehmung der Personen verändert wird. Entfernt fühlt man sich an Ghost In The Shell erinnert bei diesen Hacks und auch beim Abspielen der Erlebnisse Getöteter.

Ich war positiv überrascht. Zuvor hatte ich wenig erwartet, auch weil Clive Owen die Hauptrolle spielt, der auch gerne mal daneben greift bei der Auswahl seiner Rollen (aber natürlich nicht immer, was man auch gut an Children of Men sehen kann). Mit Anon haben wir also einen weiteren dystopischen Science-Fiction-Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern auch eine interessante kritische Komponente hat. Das beinahe zynische Argument, das man seit Jahren immer wieder hört, dass, wenn man nichts zu verbergen hat, man auch nichts gegen Überwachung haben sollte, welches alle Menschen als verdächtig abstempelt, die ihre Privatsphäre schätzen, wird in Anon zum Programm (oder Anti-Programm). Herrlich ist da die Aussage einer Figur, die sich zu verbergen versucht: „It’s not that I have something to hide. I have nothing I want you to see.“ Sie ändert damit den Diskurs, zieht sich aus dem Bereich des Generalverdachts zurück und drückt aus, dass sie das Recht haben sollte, aktiv zu teilen, was sie eben teilen will, anstatt sich davor wehren zu müssen, dass andere ständig ungefragt ihre Daten nehmen und in ihre Privatsphäre eindringen.

The Mitchells vs. The Machines

In The Mitchells vs. The Machines passiert ziemlich viel. Die Optik ist alles andere als reizarm und oft zusammengestellt aus dem eigentlichen Animationsfilm und Realfilmausschnitten aus Youtube-Videos, was etwas verwirrend wirkt. Vielleicht bin ich ja inzwischen zu alt für solche Filme, aber ich fühlte mich ein wenig überfordert, hauptsächlich von der Optik. Die Story selbst wiederum stellt keine Herausforderungen ans Hirn oder andere Organe. Wie nennt man das, wenn man gleichzeitig etwas gelangweilt ist und dabei kurz vor einem epileptischen Anfall steht? Das.

Archive

Im Hintergrund atmosphärische Musik, die irgendwann zu viel wird, Roboter, die man mit Geschick und etwas Pappe cosplayen könnte, eine Szene, die so dermaßen aussieht wie eine der berühmtesten Szenen aus Ghost in the Shell, dass man nur den Kopf schütteln kann, und ein Ende, das so tut, als sei es ein überraschender Kniff, obwohl es sehr früh vorhersehbar ist. Langsames Erzählen stört mich keinesfalls, aber Archive ist einfach lahm. Das Beste am Film sind die Aufnahmen der Forschungsstation und besonders der Umgebung. Für Landschaftsaufnahmen schaue ich aber kein Science Fiction.

New Kids Turbo

Der Vorteil von Filmen, die absichtlich schlecht sind, ist ja, dass sie wirklich mies sein können, ohne dass das Vergnügen abnimmt. Darüber, wie dermaßen falsch die Ausdrucksweise und das Verhalten der Jungs in New Kids Turbo ist, muss man nicht diskutieren. Der ganze Film dreht sich schließlich darum. Tatsächlich hatte ich ihn aber weniger schrecklich in Erinnerung.

The Last Stand

Wenn man Johnny Knoxville engagieren muss, um ein Comedy-Element einzubauen, hat man sich längst verrannt. Das Waffen tragende US-amerikanische Kleinstadtidyll wehrt sich gegen die überheblichen Großstädter. Wo Arnold Schwarzenegger den Sheriff spielt, ist das Leben noch in Ordnung. Er darf rumballern, Autos fahren und Leute vermöbeln. Und warum? Weil es ihm seine Ehre gebietet und um die Welt, das heißt die USA, das heißt das weiße heteronormative Waffen tragende gläubige Pseudo-Idyll der ländlichen USA, zu retten. Wovor? Mexikanern. Ach nein, einem Drogenboss. Gut geht anders.

Under Siege (Alarmstufe: Rot)

Es hat eine Zeit gegeben, in der Actionfilmstars nicht schauspielern können mussten. Man könnte sagen, diese Zeit ist noch nicht vorbei, aber naja. Steven Seagal hat den 7. Dan in Aikidō, was man lustigerweise in seinen Filmen niemals vermuten würde. Aber kommen wir zur Sache.

Under Siege (Alarmstufe: Rot) ist ein Actionfilm ist dem Jahr 1992, der auf einem Navy-Kriegsschiff spielt. Es geht um Terroristen und Verrat, Explosionen, Propaganda, triefende Männlichkeit und ein Playboy-Model. Kombiniert das irgendwie zu einer Story. Wird schon passen. Ich möchte aber nicht meckern. Der Film ist gar nicht schlecht, sobald man die Seagals Tonspur und sein Gesicht ignoriert und auch sonst den Kopf leiser dreht. Entspannungsfilm.

In China essen sie Hunde

Meine Güte, hatte ich den lange nicht gesehen, und wie schlecht der Film geworden ist. Hier würde ich gern einen lachenden Emoji einbauen, aber das würde meinen Ruf ruinieren. In China essen sie Hunde hat eine hübsche Story und ein paar gute Ideen, aber die Umsetzung ist eher cringey. Ist mir wohl früher nicht aufgefallen. Ob das an den Drogen gelegen hat? Wer weiß. Jedenfalls hatte ich den Film sogar in meinem Roman Sorck erwähnt, wenn auch, zum Glück, ironisch.

Daddy’s Home

Will Ferrel spielt in den besten schlechten Filmen mit. Eigentlich mag ich die richtig bekloppten Streifen mit ihm lieber, aber dieser ist schaubar, sofern man nichts erwartet.

Fifty Shades of Grey

Heidewitzka. Da haben wir uns was angetan. Aus Recherchegründen hat man mit mir diesen Film geschaut. [Einschub: Es ist niemals gut, wenn man einen Text über etwas damit beginnt, dass man erklärt, warum man es überhaupt begonnen hat.] Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll mit der Kritik. Beim Bubi, der dominant spielt, aber eigentlich übergriffig und creepy ist, oder bei der Beziehung der Hauptfiguren, die keine Dom-Sub-Beziehung, sondern eine psychische Abhängigkeit darstellt, oder bei der Unglaubwürdigkeit der Figuren (und der Umsetzung dieser) …? Fifty Shades of Grey ist ein eklatant schlechter Film auf Basis einer eklatant schlechten Buchvorlage, und dabei bezieht sich das schlecht auch darauf, dass es ungesunde, übergriffige, toxische Beziehungs- und Verhaltensmuster zeigt und verherrlicht.

Pitch Perfect 2

Singende Frauen und Witze über Deutsche. Pitch Perfect ist für mich eine Art guilty pleasure, also ein Film, an dem ich viel Spaß habe, obwohl ich so wenig zur Zielgruppe gehöre, dass ich mich dafür schämen könnte, es aber nicht tue, weil ich mich über jeden Spaß freue, den ich mir abholen kann. So. Teil 2 ist weniger gut, wie so oft. Aber die Damen singen wieder, Liebe gibt es auch, Stress, Enttäuschung, Freundschaft und all das, am Ende ein Wettbewerb: Pitch Perfect eben.

Gunhed – The Ultimate Battle

Hä? Keine Ahnung, was passiert, aber als ehemaliger Hobbybastler haben mir die Robotermodelle gefallen.

Frozen

Fand ich ziemlich fad, ehrlich gesagt, und dieses ständige Gesinge …

Con Air

Nicolas Cage mit dauernassen schulterlangen Haaren, der zu seiner Tochter will, aber auch einen Kumpel beschützen muss, während er in einem Strafgefangenentransportflugzeug sitzt, das von den Insassen übernommen wird. Ungewöhnlich coole Besetzung für einen Film, der es kaum verdient hat. Unterhaltsam ist er immerhin und diese Anhäufung von Action-Kitsch ist ja auch lustig. Warum also nicht? Ein Film für kalte Mai-Abende, wenn man keine Lust mehr auf Bücher oder sonstige geistige Stimulation hat.

Dodgeball

Ich stehe auf Komödien, die richtig behämmert sind. „Wenn du einem Schraubenschlüssel ausweichen kannst, kannst du auch einem Ball ausweichen“, und ja, Dodgeball erfüllt dieses Kriterium. Ein herrlich unsinniger Film, der mehr als ein bekanntes Meme produziert hat.

Live by Night

Meh.

Down Periscope

Eine Action-Komödie, die weder Action bietet, noch zu irgendeinem Zeitpunkt zum Lachen verleitet.

R.I.P.D.

Rest In Peace Department, dafür steht R.I.P.D., also ein Wortwitz, weil amerikanische Polizeibehörden gerne mit XY-PD (Police Department) abgekürzt werden. Ungefragte Erklärung einer offensichtlichen Tatsache, weil ich Unwissen unterstelle. Das nennt man wohl Mansplaining. Aber Moment mal, ich sage ja gar nichts über den Film. Muss man auch nicht.

Geister/Seelen haben eine Polizei, um andere Geister/Seelen einzufangen. Ergibt keinen Sinn und ist ziemlich dämlich, dabei aber kaum unterhaltsam.

National Treasure

Einer der besseren Filme mit Nicolas Cage, aber nur wenn man ihn nicht ernst nimmt. National Treasure ist wirklich unterhaltsam. Auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung wird eine Schatzkarte für den Templerschatz vermutet, und weil böse Grabräuber sie klauen wollen, klaut Cage sie lieber selbst. Abenteuer und so mit etwas amerikanischer Geschichte.

Mr. Popper’s Penguins

Eigentlich ganz süß, aber Jim Carrey kann mehr als das und gefällt mir in anderen Rollen erheblich besser. Mr. Popper’s Penguins erinnerte mich doch sehr an seinen Roman Memoirs and Misinformation (Memoiren und Falschinformationen) und den darin vorkommenden Part über den Hungry Hungry Hippos Film. Ganz andere Machart, natürlich, aber an genau solche Filme wie Mr. Popper’s Penguins hat Jim Carrey vermutlich gedacht, als er sich diesen Buchteil ausgedacht hatte.

Army of the Dead

Zombies sind eigentlich nicht mein Ding. Sie sind eklig und es gibt selten Zombiefilme ohne massenhaft Gedärme. Army of the Dead stellt da keine Ausnahme dar. Neu ist allerdings der Twist, dass die Zombies bereits in Las Vegas eingekerkert sind und ein Team von unverwüstlichen Wüstling*innen ein Kasino ebendort ausrauben wollen, bevor eine Atombombe geschmissen wird. Dass Dave Bautista mitspielt, bedeutet bekanntlich gar nichts, weil er so ziemlich jede Rolle anzunehmen scheint. Warum auch nicht?

Gefallen hat mir die Action und der kritische Blick auf Aspekte der US-amerikanischen Einwanderungspolitik. Auch einige andere Ideen waren innovativ. Leider wurde der Oberzombie, sein Background und alles drumherum komplett offen gelassen. Da häuften sich einige Fragen. Die werde ich jetzt nicht stellen, um nicht zu spoilern, aber: Hä? Fazit: Unterhaltsam, viel Blut, etwas zu viel Gerede in den falschen Augenblicken.

The Royal Tenenbaums

„Dramedy“ nennt man das, glaube ich, wenn man Komödie und Drama vermischt. The Royal Tenenbaums ist so ein Film. Witzig weil skurril, traurig weil, nun ja, es eben traurig ist. Mir sagt besonders die Erzählweise zu, die Stimme und Geschwindigkeit des Erzählers, der Aufbau, dann aber auch die Optik: Kostüme, Stile, Schauspiel. Nicht alles ist perfekt hier, aber doch vieles gut.

Kill Chain

Warum schaue ich in letzter Zeit so viele Filme mit Nicolas Cage? Weil manche unterhaltsam sind. Manche nur deshalb, weil sie dieses Niveau von Schlechtheit haben, das noch ertragbar ist und trotzdem nur wegen der Minderqualität unterhält. Kill Chain jedoch ist einfach nur unsinnig und mies. Nur eine Reihe von Morden. Quark.

Voyagers

Die Erde ist kaputt, aber für ein menschheitsrettendes Raumschiff voller laborgezüchteter Super-Teenys hat es noch gereicht. Sie sollen fliegen und irgendwann brüten, damit ihre Enkel*innen einen fremden Planeten erreichen und kolonialisieren können. Blöderweise entdecken sie bald, dass ihre Geilheits- und Aggrotendenzen per Droge gedeckelt werden. Sie setzen die Beruhigungsmittel ab und gehen steil, weil niemand ihnen den Umgang mit Sexualität oder Aggression beigebracht hat. Ein Stresstest. Voyagers ist gut gemeint, vermute ich, aber nicht besonders gelungen. Außerdem finde ich es faul, dass alle Personen an Bord bildhübsch sind, weil sie ja genetisch hochgezüchtet sind (was im Übrigen wenig Sinn ergibt, da sie nicht genetisch hübsch, sondern intelligent gezüchtet worden sind in der kurzen Sequenz).

Der Schuh des Manitu

Zugegebenermaßen habe ich gelacht. Die kritischen Zuschauer*innen werden ihn natürlich keinesfalls schwierigkeitsfrei genießen können, aber rechnen wir dem Film mal das Alter an.

Live Die Repeat: Edge of Tomorrow

Edge of Tomorrow ist einer dieser Filme, die gut sind, obwohl Tom Cruise mitspielt. Ich kann den Schmierlappen ja nicht ab, aber ich mag bekanntlich Roboter, Cyborgs und Exoskelette. Zeitreisen wiederum mag ich nicht. Diese Zeitschleifensache ist aber erträglich. Was nun? Ich war gut unterhalten. Das muss manchmal reichen.

The Cold Light of Day

Offenbar spielt Bruce Willis auch Nebenrollen, wenn seine Karriere am krepieren ist, und unterstützt diesen Superman-Jungen, ihr wisst schon, einer von denen mit kantigem Gesicht und hübscher Tolle: Henry Cavill. Naja: Entführung, Geheimdienstkram, Schießereien, Verfolgungsjagten. The Cold Light of Day schaut sich wie eine schlechte Version von 96 Hours. Für solche Streifen wünsche ich mir mein weniger kritisches Teenagerhirn zurück.

Sorck: 2. Buchgeburtstag

Blogeintrag zur Feier des 2. Buchgeburtstags des Romans “Sorck: Ein Reiseroman”

Inzwischen ist es zwei Jahre her, dass mein Debütroman Sorck: Ein Reiseroman veröffentlicht worden ist. Bereits zum ersten Buchgeburtstag hatte ich einen Blogartikel geschrieben. Hier möchte ich darüber nachdenken, wie ich heute zu meinem Buch stehe, wo ich allgemein stehe und wie es möglicherweise weitergehen soll.

Die Blogeinträge

Als ich Papierkrieg.Blog gestartet habe, ist eine der Grundideen gewesen, dass ich gern meine Gedanken über das Schreiben, über meine eigene Literatur und die von anderen teilen wollte. Inspiriert war ich von den Frankfurter Poetik-Vorlesungen. Da mir keine derartige Bühne zur Verfügung stand (und steht), sollte es ein Blog sein. Seitdem habe ich etwa 250 Blogartikel fertiggestellt und etwa 80 weitere nur begonnen. Ganz grob geschätzt habe ich inklusive Überarbeitungen etwa 220.000 Wörter für diesen Blog geschrieben. Derzeit sind 219 Artikel online, von denen (inklusive diesem hier) sich 40 mit dem Roman Sorck befassen. In 32 weiteren wird Sorck zumindest erwähnt. Über die Suchfunktion oder die Kategorien im Seitenmenü kann man alle Blogeinträge finden. Sie hier aufzulisten wäre wohl zu viel.

Vom Altern

Manche der Blogartikel zu Sorck würde ich so nicht mehr schreiben. Sofern die Diskrepanz zwischen dem Text und meiner aktuellen Einstellung zu groß ist, lösche ich auch Texte. Das ist mit den 31 Artikeln passiert, die in der Rechnung oben fehlen. Ein gedrucktes Buch kann man nicht mehr löschen. Das würde ich auch nicht wollen. Zwar spielt ein Teil von mir seit vielen Monaten mit der Idee, Sorck zu überarbeiten, aber im Grunde halte ich davon wenig. Ich bin nicht mehr der Autor, der ich damals war. Ich würde Sorck Unrecht tun, und schließlich bin ich noch immer stolz auf meinen Roman, trotz einiger Fehler und Unzulänglichkeiten.

Was würde ich denn anders machen? Nun, einige Figurendarstellungen würde ich ändern, einige Witzchen weglassen. Vielleicht würde ich die Touris anders schreiben. So, wie ich sie geschrieben habe und vor dem inneren Auge sehe, wären sie fast allesamt potenzielle Querdenker*innen. Das macht sie mir noch weniger sympathisch. Bevor ich ihnen (und mir) also etwas antue, lasse ich lieber die Finger davon.

Übrigens würde ich den Schreibstil so nicht mehr wählen oder hinkriegen. Oder? Ich bin mir nicht sicher. Wählen nicht, hinkriegen vielleicht.

Neuere Bücher

Ob man mir meine aktuelle Laune anmerkt, weiß ich nicht. Ich bin nicht in Feierstimmung, sondern denke an zwei Jahre ohne neuen Roman, anstatt den zweiten Geburtstag meines Romans zu feiern. Andererseits bin ich nicht gerade faul gewesen. [Kurzer Einschub: Ich bin ein zerfressener Mensch, der sich Siege schlecht eingestehen kann und sich ständig unter Druck setzt. Auch deshalb sind Texte wie dieser wichtig für mich, als Reflexion und Aufmunterung.] 250 Blogartikel, etliche Rezensionen fürs Buchensemble, Beiträge für Ausschreibungen (teils mit Erfolg, teils ohne), Geschichten für Nikas Erben, Podcastauftritte, Interviews, Newsletter und (neben einem richtigen Leben) auch noch drei weitere veröffentlichte Bücher: Alte Milch: Gedichte, Das Maurerdekolleté des Lebens, Erschütterungen. Dann Stille.. Es ist also nicht so, dass ich nichts veröffentlicht hätte, nur eben keine weiteren Romane.

Das wird sich allerdings ändern. Mein aktuelles Romanprojekt ist recht weit fortgeschritten. Ein möglicher zweiter Gedichtband ist ebenfalls in Planung. Allerdings werde ich versuchen, für zukünftige literarische Veröffentlichungen zuerst Verlage zu finden und erst dann als Selfpublisher aufzutreten. Eine Verlagsveröffentlichung würde mir sicherlich guttun. Einerseits interessiert mich die Zusammenarbeit mit Verlagsmenschen und andererseits erhoffe ich mir eine größere Reichweite.

Darf ich mir etwas wünschen?

Eigentlich hat ja mein Buch Geburtstag, aber darf ich mir dennoch etwas zum Geburtstag wünschen? (Mein eigener Geburtstag steht ja auch kurz bevor.) Ich würde mir wünschen, dass weder Sorck noch meine anderen Bücher in Vergessenheit geraten. Es ist nicht einfach, so viel Zeit für ein Werk aufzubringen, so viel Arbeit zu investieren, es kurz aufsteigen zu sehen, nur um dann zu beobachten, dass es immer weiter in die Vergessenheit sinkt. Zugegebenermaßen ist keines meiner Bücher je bekannt genug geworden, um wieder vergessen zu werden, aber hier und da gibt es eben doch Leser*innen, und die mochten Sorck fast immer. Und ja, natürlich, ich sollte mehr Werbung machen.

Neuer Plan

Als ich mit dem Schreiben ernsthaft angefangen hatte, also mein zweiter Start mit etwa 30, kannte ich keine Prokrastination oder Ermüdungserscheinungen. Heute sieht das anders aus. Ich musste feststellen, dass ich so viele Projekte habe, dass ich immer an etwas arbeiten könnte und dass ich verschiedene dieser Projekte gegeneinander ausgespielt habe. Mit Arbeit zu prokrastinieren, um eine andere Arbeit nicht machen zu müssen, ist schon eine Luxusversion. Dennoch habe ich nun einen Arbeitsplan aufgestellt, der genau das unterbinden soll. Weniger Lust-und-Laune-Aktionen, mehr Professionalität. So wird der neue Roman auch irgendwann fertig. Hoffen wir das Beste.

Hinweis: Triceratops. Rezension

Hinweis auf eine Rezension des Romans “Triceratops” von Autor Stephan Roiss, geschrieben von Matthias Thurau.

Eine von mir verfasste Rezension des Romans Triceratops von Stephan Roiss ist nun beim Buchensemble zu lesen.

Ein namenloser Wir-Erzähler, keine Innensicht und viel Gefühl:

Eingepanzert – Triceratops

Top 5 Science-Fiction Serien im Weltraum

Die 5 besten Science-Fiction-Serien im Weltraum.

Science-Fiction schreibe ich selbst zwar selten (Bad Luck II), lese Sci-Fi sogar kaum, aber liebe das Genre bei Filmen und Serien. Innerhalb der Genres gibt es allerdings noch einmal Unterscheidungen. Hier soll es also um die 5 besten Science Fiction Serien gehen, die zu großen Teilen im Weltraum spielen, Stichwort: Space Travel. Animierte Sendungen lasse ich außen vor. Dabei werde ich mich nicht wirklich an der Konzept halten, sondern massiv ausbrechen, aber schaut selbst:

Platz 5: Babylon 5

Man könnte unter der Subkategorie Weltraum-Sci-Fi noch eine Sub-Subkategorie Weltraumstationen-Sci-Fi erstellen. Babylon 5 ist eine Raumstation, auf der sich verschiedenste Weltraumvölker treffen, Handel treiben und diplomatisch in Kontakt treten. Es gibt politische und persönliche Intrigen, Geheimorganisationen, uralte, für vergessen gehaltene Völker, Telepathie, Visionen und große Kriege. Wenn ich das so ausdrücke, erinnert es mich an Lord of the Rings in Space, wobei der Vergleich dann doch übertrieben wäre.

Was ich an Babylon 5 immer am meisten gemocht habe, ist das Design der Raumschiffe, gerade die Schiffe der Menschen sind sehr cool anzusehen. Vor ewigen Zeiten hatte ich mir sogar eines der Raumschiffe als Modell besorgt, zusammengebaut und lange bei mir herumstehen. Wo ist das Modell geblieben? Ein weiterer Teil meines Lebens vermutlich seit Jahren im Abfall.

Platz 4: The Mandalorian

Oder doch Firefly? Jedenfalls ein Space-Western. Die Crew in Firefly ist sympathischer, dafür wird in The Mandalorian Baby Yoda getreten. Hasst mich, aber das war die witzigste Szene der ganzen Serie bisher. Wie dem auch sei, The Mandalorian ist Teil des Star Wars Universums und zeitlich irgendwo nach Zerschlagung des Imperiums und innerhalb dieser grässlichen neuen story- und logikbefreiten Filmmonstrositäten angesiedelt. Es geht gelegentlich um die Ehre und Geschichte der Mandalorianer, die man vielleicht aus der animierten Clone Wars Serie kennt, die hier definitiv gelandet wäre, wenn ich nicht alle animierten Sendungen ausgeschlossen hätte.

Firefly ähnelt insofern The Mandalorian – oder umgekehrt –, dass beide das erwähnte Space-Western-Design haben. Laserpistolen geholstert, Leder und Weltraumstahl, Wüstenstädte auf fernen Planeten, in die Schlacht reiten auf dem Rücken eines treuen Raumschiffs, ihr wisst schon: Wie bei Cowboy Bebop quasi. Leider ist man mit Firefly schnell durch, weil (Achtung! Generisches Nerdgeschimpfte!) es nur eine einzige Staffel gibt und die Serie danach aus nicht nachvollziehbaren Gründen eingestellt worden ist. Wer macht sowas?

Platz 3: The Orville

Legend has it, dass Seth MacFarlane ein besseres Star Trek produzieren wollte, aber keine Gelder zur Verfügung gestellt bekommen hat, weil er nunmal Comedyzeug macht, und er daraufhin The Orville als Parodie geschrieben hat, dafür sein Geld bekam und direkt ein besseres Star Trek gemacht hat. Ich stimme der Legende nicht ganz zu. The Orville ist ein anderes Star Trek, in manchen Punkten besser (weil moderner, aufgeweckter, realer als die älteren Serien), aber nicht grundsätzlich besser.

Natürlich wird The Orville von Humor dominiert, aber das ist lediglich oberflächlich, denn es geht um ernste Themen. Die Serie hat starke Untertöne, regt zu Diskussionen an und ist in etlichen Punkten und Darstellungsweisen keinesfalls zimperlich. Wer nur doofe Witze erwartet, wird überrascht werden, wie heftig The Orville emotionale und moralische Ohrfeigen austeilt.

Platz 2: Star Trek

Ihr werdet denken: Moment, Star Trek? Was denn davon? Lasst mich ausholen und -reden! Ich bin mit Star Trek groß geworden. Es folgen Unterpunkte, quasi Sub-Blogartikel mit Top 5 Star Trek Serien, aber es sind die Top 7 und ich werde mich kurz fassen. Oder es versuchen. Außerdem beachte man, dass die meisten Serien des Star Trek Universums bereits älteren Datums sind und damit aus heutiger Sicht noch nicht inklusiv oder divers genug, vertreten teils veraltete Sichtweisen und sollten durchaus kritisch gesehen werden. Diese nachträglich angewandten Kriterien lasse ich aber außer Betracht für die folgende Liste:

Platz 2.7: Star Trek: Enterprise

Die Serie aus den Jahren 2001 bis 2005 war herzlich misslungen und mit Scott Bakula in der Rolle des Captains ist das auch kaum ein Wunder. Es gibt echt schlimmere Serien, aber nicht im Star Trek Universum.

Platz 2.6: Star Trek: Raumschiff Enterprise (Original)

Okay, hierfür werde ich Ärger kriegen. Aber ich kann mir die Herren in den zu engen Hosen und den Wohlstandsplauzen nicht mehr reinziehen. Die Serie ist ohne jede Frage sehr wichtig für die Entwicklung von Star Trek und des Fernsehens allgemein. Hier soll es aber eher um Empfehlungen gehen, was man sich anschauen könnte, und da ist es mit Raumschiff Enterprise wie mit manchen Vertretern der klassischen Literatur: Wichtig, aber nicht unbedingt spannend.

Platz 2.5: Star Trek: Discovery

Optisch ist Star Trek Discovery ziemlich cool, aber leider stören mich Story, Figuren und die (gerade am Anfang der Serie) die völlige Missachtung des Star Trek Kanons, was Technologie angeht. Wer mit Discovery einsteigt und die anderen Serien nicht kennt, wird das natürlich nicht bemerken. Außerdem war ich nie ein Fan dieser Geschichten mit alternativen Dimensionen, in denen alles anders ist, aber die gleichen Personen vorkommen.

Womit Discovery punktet, von der Optik abgesehen, ist die äußerst moderne Herangehensweise an hierarchische Strukturen, Gesellschafts-, Beziehungs- und Rollenbilder sowie Mental Health als Thema. Das beeinflusst natürlich massiv das Storytelling (nicht unbedingt die Story als solche). Wie erzählt wird, ist interessant, aber was erzählt wird, wirkt dann wieder weniger interessant. Wohl gemerkt gelten meine Aussagen alle innerhalb des Rahmens durchaus guter Serien. Im Vergleich mit allen anderen Serien da draußen schneidet Star Trek Discovery nicht schlecht ab.

Platz 2.4: Star Trek: Deep Space Nine

Wieder eine Raumstation, kein Raumschiff. Für Star Trek Verhältnisse war das eine Neuerung, weil die berühmte wissenschaftliche Eroberung des Weltalls und Entdeckung unbekannter Welten schwierig ist auf einer Station, die per Definition stationär ist. Dank Wurmloch klappt das aber doch. Plötzlich ist der Gamma Quadrant erreichbar (oder der Alpha Quadrant für die Wesen des Gamma Quadranten?) und die Karten werden neu gemischt.

Mir missfallen manche der Figuren, manche gefallen mir. Wie üblich. Der größere Story Arc gefällt mir sehr gut. Die Formwandler (Einschub: Wie bei Discovery mit den Trill hätte man hier heutzutage hoffentlich die Chance genutzt, nicht binäre Figuren einzuführen, aber damals war damals.) und einige Völker ihres Imperiums sind eine hervorragende Ergänzung zum Star Trek Universum. Dann wiederum mag ich die spirituelle Seite der Serie weniger, die Visionen usw. Auch hier gibt es wieder Geschichten mit verkehrten Dimensionen.

Ich weiß, viele sehen das anders, aber im Vergleich zu Voyager stinkt Deep Space Nine in meinen Augen ab.

Platz 2.3.: Star Trek: Picard

Wieso ist Picard so gut? 1. Picard. 2. Weitere Figuren, die man von früher kennt, wiederbelebt. 3. Optik. 4. Die verdammten Borg. Was ist weniger cool? Dieses unglaublich kitschige Staffelfinale. Mehr Details nenne ich jetzt nicht, um nicht zu spoilern. Dass ich insgesamt nicht viel mehr zu Star Trek Picard zu sagen habe, stimmt mich misstrauisch. Muss ich die Serie wohl nochmal sehen. Zu schade!

PS: Die vorbereitenden Picard-Comics sind durchaus lesenswert und erleichtern den Einstieg in die Serie, da sie einige Lücken füllen. Eine Art Prequel.

Platz 2.2.: Star Trek: Voyager

Ganz neue Welten und Völker und obendrauf die Borg. Ich stehe auf die Borg. Das Raumschiff Voyager wird in den Delta Quadranten gezogen und muss sich einen Weg zurück suchen. Dabei lernt die Crew neue Freund*innen kennen, aber erheblich mehr feindlich gesinnte Völker, Personen und Wesen.

Negativpunkt: Neelix. Neelix ist der Jar Jar Binks des Star Trek Universums und damit per Definition hassenswert. Er ist ein bisschen wie ein unsympathischer Weltraumhobbit oder die Alienversion des Gute-Laune-Schlager-DJs auf Tante Brigittes 60. Geburtstag. Aber von Neelix abgesehen ist Star Trek Voyager sehenswert.

Praktisches Feature: Man kann immer den Zustand des Schiffes an der Frisur von Captain Kathryn Janeway erkennen.

Platz 2.1.: Star Trek: The Next Generation

Wenn es um Star Trek Captains geht, erreicht niemand die Klasse und den Stil von Captain Jean-Luc Picard. Für mich das Sinnbild eines Vorgesetzten, und wohl nicht nur für mich, da es bei Twitter z.B. einen Account namens Picard Tips gibt, der hauptsächlich Picard Management Tipps postet. Auch die restliche Crew ist inzwischen legendär. Generell ist Star Trek The Next Generation die wichtigste Serie des Star Trek Universums, da man ohne sie viele nachfolgende Serien und Filme nicht (vollständig) verstehen kann. Ein Großteil des Kanons basiert auf Next Gen. Zum Beispiel tauchen hier zum ersten Mal die Borg auf. Ganz klar eine der besten Sci-Fi-Serien überhaupt.

Platz 1: The Expanse

Noch besser als Star Trek – und das sage ich als Trekkie, wie man vielleicht gemerkt hat – ist The Expanse. Warum ist The Expanse besser als Star Trek und insgesamt die bisher beste Science Fiction Serie im Weltraum? Weil sie alles kombiniert, was man in guten Serien haben will, plus alles, was man in Science Fiction haben will. The Expanse ist realistisch, sogar wenn es um Kämpfe im Weltraum geht, hat eine sehr coole Optik, gut geschriebene Figuren und eine genauso gut geschriebene Story. Die Story allerdings benötigt etwas Zeit. Wie bei Game of Thrones. Anfangs weiß man noch nicht, worauf es hinauslaufen soll, aber die Welt baut sich weiter und weiter auf, bis man viele interessante Parteien und einen riesigen Story Arc (Handlungsbogen) hat. Viele gelungene kleine Ideen kommen noch zur großen Idee hinzu und machen The Expanse besonders sehenswert. Beispielsweise dass die Belter, also die in den Außengebieten auf Weltraumstationen und Raumschiffen lebende Arbeiterbevölkerung (z.B. Bergbau auf Asteroiden), einen eigenen Dialekt und eine eigene Kultur entwickelt oder sich an die verringerte Schwerkraft in ihren Fahrzeugen angepasst haben (und dadurch teils nicht mehr auf die Erde zurückkehren können). Man merkt, da steckt viel Gedankenarbeit hinter. Kein Wunder, basiert die Fernsehserie The Expanse doch auf einer langen Reihe von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten. Meiner bescheidenen Meinung nach ist The Expanse die beste (hauptsächlich) im Weltraum angesiedelte Science Fiction Serie überhaupt. Punkt.

Top 5 Science-Fiction-Serien im Weltraum

Zum Abschluss hier noch einmal die Liste der Top 5 Science Fiction Serien im Weltraum:

  • I) The Expanse
  • II) Star Trek
  • II.1) Star Trek: The Next Generation
  • II.2) Star Trek: Voyager
  • II.3) Star Trek: Picard
  • II.4) Star Trek: Deep Space Nine
  • II.5) Star Trek: Discovery
  • III) The Orville
  • IV) The Mandalorian / Firefly
  • V) Babylon 5

Thuraus Filmtagebuch: April 2021

Thuraus Filmtagebuch: April 2021. Filme geschaut, bewertet und besprochen von Matthias Thurau.

Und es geht weiter mit Thuraus Filmtagebuch, dem weltbesten Filmtagebuch, das Herr Thurau zu bieten hat. Wieder einmal gab es ein bisschen von allem und wieder einmal werde ich ein bisschen zu allem sagen. Tendenziell war der Filmapril eher actionlastig. Fangen wir mit der Liste geschauter Filme an und gehen danach ans Eingemachte:

Alle Filme: April 2021

  • 3:10 to Yuma (7/10)
  • Paydirt (2.5/10)
  • 47 Ronin (6/10)
  • Trolljegeren (Trollhunter) (6.5/10)
  • Accomplice (6/10)
  • Lock, Stock and Two Smoking Barrels (7/10)
  • Monsters vs. Aliens (5.5/10)
  • Mortal Kombat (1995) (5/10)
  • Men of Honor (7.5/10)
  • The Marksman (6/10)
  • Siberia (4/10)
  • Extraction (6/10)
  • Trigger Point (5.5/10)
  • Vanquish (2/10)

Paydirt

Warum fange ich ausgerechnet mit Paydirt an? Warum habe ich den Film überhaupt angefangen? Ich schreibe zuerst über diesen Versuch einer Kopie mehrerer interessanterer Filme, weil mein Hirn sich bereits wenige Tage nach dem Schauen zu weigern beginnt, überhaupt an den Streifen zu denken. Also gut, es geht um vergrabenes Geld eines mexikanischen Drogenkartells, das aber irgendwie nur aus 5 Leuten zu bestehen scheint, und dann gibt es ein paar seltsame und ausgesprochen dämlich dargestellte Leute, die das Geld gleichzeitig haben und nicht haben und dann einen Sheriff, der seinen Job verliert, weil er seinen Job gemacht hat, aber wohl nicht richtig, und jetzt ist er sauer, aber das stört den Helden nicht, weil der hat einen Plan. Irgendwas mit Ocean’s Eleven-Idee, aber halbherzig und ohne Sinn und Verstand. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich, wofür ich die 2.5 Punkte noch gegeben habe. Also lasse ich das Denken mal sein.

47 Ronin

John Wick, aber ohne Hund und dafür als Dämonen-Samurai mit Ehren-Bros, die eine Prinzessin retten wollen. Ganz so schlimm ist das dann auch wieder nicht. Man hat zwar eine berühmte Legende genommen und sie so lange verdreht, bis man diesen Film daraus gewurstelt hatte, aber dafür sind die Bilder hübsch und die Besetzung passt. Kopf aus, Film an. So ein Film ist das.

Trolljegeren (Trollhunter)

Eine norwegische Fantasy-Mockumentary mit Umweltschutz-Subtext. Vor Äonen hatte mir ein Freund diesen Film empfohlen und er hatte mir gefallen. Jetzt ist er auf Netflix zu sehen und ich habe ihn noch einmal angeschmissen. Immer noch gut. Ein Studentenfilmteam verfolgt einen vermeintlichen Wilderer, der sich dann aber als Trolljäger herausstellt. Aber gibt es Trolle wirklich? Angenehmer Nebeneffekt der Reise durch Norwegen sind die herrlichen Landschaftsaufnahmen, aber auch Idee, Story und Umsetzung sind cool. Kein überteuerter Hollywood-Fantasy-Streifen, trotzdem alles andere als billig.

Accomplice

Manchmal sind die Tage so anstrengend, dass ich am Abend nicht nur keine anspruchsvollen Filme, sondern auch keine Filme brauchen kann, denen man überhaupt folgen muss. Accomplice ist ein Mountainbike-Film. Verschiedene Bergradler, die ich allesamt nicht kenne, rattern auf Drahteseln Hügel und Gebirge hinab über Stock und Stein und freuen sich des Lebens. Hossa, ein Feelgood-Doku-Streifen. Ist auch keine Stunde lang, also gut für einen Tagesabschluss.

Lock, Stock and Two Smoking Barrels

(Kurze Startbemerkung: Lock, Stock and Two Smoking Barrels ist der Originaltitel, den ich hier verwenden werde, weil er um Längen besser ist als die deutsche Version: Bube, Dame, König grAS.)

Typischer Guy Ritchie Film. Großartig. Ich glaube, als ich den Film damals das erste Mal gesehen habe, kannte ich Guy Ritchie noch nicht. Entweder Lock, Stock and Two Smoking Barrels oder Snatch war meine erste Begegnung mit dem Regisseur. Beides geil. Ich liebe es ja, wie Guy Ritchie Geschichten erzählt, wie die Erzählstränge sich entwickeln und dann dermaßen verdrehen, dass zwar alles Sinn ergibt, aber auch völlig unerwartet ist. Immer gibt es Gangster, Tote, abgedrehten Humor und sehr gerne auch Jason Statham und Vinnie Jones. Statham ist seit seinem Auftritt in Lock, Stock and Two Smoking Barrels erheblich bekannter geworden und hat erheblich schlechtere Filme gedreht. Er ist zu so etwas wie der Reinkarnation von Bruce Willis‘ Actiontagen geworden. Früher hat er aber noch in richtigen Filmen mitgespielt und durfte schauspielern. Bessere Tage, wenn ihr mich fragt.

Mortal Kombat (1995)

Am 16.04.21 ist der neue Mortal Kombat Film in den USA ins Kino gekommen. Aus meiner Schreibperspektive ist das morgen. In Deutschland kann man den Film im Mai streamen. Gestern habe ich mir daher die alte Verfilmung aus dem Jahr 1995 noch einmal angetan. Potenzial hat die Nummer ja, aber diese 90’s-Umsetzung bringt mich zum Schütteln. Ich hoffe inständig, dass im neuen Mortal Kombat mehr Darsteller*innen eingesetzt werden, die tatsächlich Ahnung von Kampfsport haben. Die Optik (CGI und all das) dürfte in 26 Jahren ja wohl optimiert worden sein. UFC zu gucken, hat mich für Martial Arts Filme ein wenig verdorben.

Men of Honor

Men of Honor handelt vom ersten afroamerikanischen Taucher der US Navy und dessen Kampf mit rassistischen Vorgesetzten. Ein soweit ganz guter Film mit guter Besetzung (Robert De Niro, Cuba Gooding Jr.) und interessanter Story. Wie der Titel bereits sagt, eine Würstchenparty. Allerdings ist es schwierig, noch Frauen auftreten zu lassen, wenn der Großteil der Geschichte in der US Navy der 1950er Jahre spielt. Da waren Männer noch Männer und das Konzept von Frauen als Personen war noch nicht bekannt. Wenn dann doch mal Frauen auftreten, dann hauptsächlich, um die Schattenseiten der Getriebenheit ihrer Männer aufzuzeigen. Wer so viel Ehre und Bock auf Pflichterfüllung hat, dem fehlt es eben an Platz für Rücksicht. Ein testosteronschwangeres Durchsetzungsgerangel, das aber durchaus unterhaltsam ist. Klar, es fehlt ein bisschen an Action, aber dafür gibt es hübsche alte Taucheranzüge und Pfeife rauchende Seemänner.

The Marksman

Liam Neeson ist alt geworden. Das ist okay und passt zur Rolle in The Marksman. Er spielt einen alten Farmer an der Grenze zu Mexiko, ein Ex-Marine mit dem ganzen Stolz und Klimbim, der dazugehört, kann noch immer mit dem Gewehr umgehen, und dann kommt das Kartell und er beschützt ein mexikanisches Kind. Ich hatte mit mehr Geballer gerechnet. Hauptsächlich tuckern der Farmer und der Junge durch die USA und essen in schlechten Restaurants. Es ist nett, dass es 1-2 Anspielungen auf die Grenzpolitik von Trump gibt, die allerdings so vage sind, dass man sie schnell überhören kann. Der Flüchtlingsjunge wird dann auch eher zu einem Accessoire, um zu verdeutlichen, dass hier nicht alle Mexikaner Feinde, sondern die Harmlosen willkommen sind. Und dann gibt es eine Schießerei und Ende. Naja.

Siberia

Leider muss ich zugeben, dass ich beim Schauen von Siberia die meiste Zeit aufs Handy geguckt habe. Es ist nicht so, dass ich Wichtiges zu tun gehabt hätte. Vielmehr war der Film lahm. Erst passiert gar nichts und dann plötzlich passiert weiterhin nichts. Aber Keanu Reeves ist wie immer hübsch anzusehen.

Extraction

Mann rennt und ballert in Indien. Andere Männer rennen und ballern hinter ihm. Manchmal Gekloppe. Gute Action. Nein, echt, der Extraction ist unterhaltsam, aber alles andere als anspruchsvoll oder geistreich. Die Actionszenen jedoch können sich sehen lassen, manche jedenfalls.

Trigger Point

Habe den Film vor zwei Tagen gesehen und ich erinnere mich kaum noch. Geheimdienstzeug mit Verrat, Gerenne, Geballer und keiner richtigen Auflösung. Es ist irgendwie mutig, ein Filmende durchzuziehen, das dermaßen auf mindestens eine Fortsetzung angelegt ist, ohne garantieren zu können, dass Zuschauer*innen überhaupt Interesse daran haben werden. Manche Filmreihen sind fast garantierte Erfolge (ich denke da z.B. an Marvel), aber Trigger Point war einfach nicht gut genug für etwaige Fortsetzungen. Möglich ist aber auch, dass man denkfaul gewesen ist und es erfolglos als kreatives offenes Ende tarnen wollte.

Vanquish

Heieieiei. Alter Typ schickt Powerfrau durch die Stadt, um Geld einzusammeln. Mit Morgan Freeman und Ruby Rose. Ich vermute, dass aufgrund der Pandemie weder Morgan Freeman noch Ruby Rose während der Dreharbeiten auf einander oder auf andere Schauspieler*innen getroffen sind. Entsprechend hölzern sind die Dialoge. Es sind einfach gefilmte Gesprächsfetzen, die dann zusammengeschnitten wurden. Morgan Freeman verlässt im Film nicht ein einziges Mal sein Haus, was nicht schlimm sein müsste, aber weird wirkt. Oh, Moment, einmal sitzt er verwirrt draußen, obwohl es gerade da keinen Sinn ergibt. Obendrein sind die Schnitte, die allgemeine Optik, der Soundtrack und die Story grässlich. Die Story baselt hin und her zwischen vollkommener Unsinnigkeit und totaler Vorhersehbarkeit. Es gibt dermaßen viele Logikfehler und Unsinnigkeiten, dass man schnell das Geschimpfe aufgibt und nur noch resigniert mit dem Kopf schüttelt. Da fällt mir nicht mehr viel zu ein. Vanquish ist mit Abstand der schlechteste Film, den ich seit langer Zeit gesehen habe (und da ist Paydirt eingerechnet). Ständig stand ich kurz davor, den Film abzubrechen, und habe es nur nicht getan, weil die schlichte Behämmertheit des Streifens einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Man muss manchmal einfach lachen, weil Vanquish wie das Sommerferienprojekt eines Filmclubs wirkt, aber 3 Schüler*innen waren krank, 2 hatten keine Lust und am Ende musste der kleine Bruder der Clubvorsitzenden übernehmen. Himmel Herrgott Heieieiei. Die beiden Hauptdarsteller*innen werden sich wünschen, dieses Machwerk niemals mitverbrochen zu haben, schätze ich. Und damit genug für diesen Monat. Wir lesen uns wieder im Mai.

Erschütterungen. Dann Stille.: Alles auf einmal und alles für dich

Abschluss der Blogreihe zum Erzählband “Erschütterungen. Dann Stille.”

Den Titel dieses Blogeintrags habe ich, glaube ich, von der deutschen Synchronversion des Films The Crow geklaut. Wie dem auch sei, es ist vorbei. 29 Blogartikel über 29 Geschichten innerhalb von 102 Tagen + Extras, immer mittwochs und samstags (mit einer einzigen Ausnahme, weil das Filmtagebuch von März den Weg versperrte). Hier möchte ich noch einmal auf das Buch Erschütterungen. Dann Stille. blicken, auf die Arbeit an den Blogeinträgen und auf den Gewinn, den ich aus all dem ziehe.

Die Blogartikel für alle Geschichten + Extras

Mehr Blogartikel als verkaufte Bücher

Ja, da staunt man. Grundsätzlich schaue ich selten auf meine Verkaufszahlen, was 1. unklug und 2. reiner Selbstschutz ist. Dennoch gilt, dass ich so gut wie gar kein Geld in die Produktion von Erschütterungen. Dann Stille. investiert habe, sondern lediglich Stunden um Stunden konzentrierter Arbeit (und nicht zu vergessen: die Arbeit anderer, die so gut waren, mir zu helfen). Also nur Lebenszeit und Energie. Die Zeit kriege ich nicht wieder und das wenige Geld ist auch noch nicht wieder eingespielt worden. Trotzdem ist die Überschrift des Absatzes überspitzt, denn mehr als 29 Bücher habe ich dann doch verhökern können. Ich frage mich gerade, ob nur Leser*innen, die das Buch gelesen haben, auch die Blogartikel lesen, oder ob sich so manche*r die Artikel ohne die Geschichten durchliest, um … wer weiß? Mir wäre auch das recht.

Das fette Warum

Warum schreibe ich die Artikel der Blogreihe und jene Texte über Sorck, Alte Milch oder Das Maurerdekolleté des Lebens? Für Werbung allein wäre es schon eine Menge Arbeit. Es geht mir um mehr. Das Grundkonzept des Blogs geht auf die Faszination mit Werkstattblicken und Poetiken anderer Autor*innen, z.B. in den Frankfurter Poetik-Vorlesungen, zurück. So viele faszinierende Gedanken und Informationen. Das wollte ich auch tun. Fraglos steckt da auch Arroganz drin, oder sagen wir besser: Stolz. Ein Grund für Blogreihen wie die zu Erschütterungen. Dann Stille. ist ganz klar, dass ich zeige: Seht her! Das habe ich gemacht. So viel Arbeit steckt drin. Und ich finde, das ist gerechtfertigt, ganz besonders in Anbetracht der Leser*innen, die sich bei mir melden und mir sagen, dass sie viele Details in den Geschichten nicht erkannt hatten und sich gerade deshalb sehr über die Artikel freuten. Sie ändern noch einmal die Perspektive auf das Werk. Eine Art Wiederbelebung.

Was ich von mir selbst lernen kann

Oder über mich? Wie es mit dem Schreiben so ist, erkennt man häufig erst, was man tut, wenn man es getan hat, oder während man es tut. Das gilt auch für Blogartikel. In all meinen Texten steckt viel Gedankenarbeit, die größtenteils vor dem Schreiben stattfindet, teilweise dabei und dann wieder in großen Portionen danach, das heißt vor der Überarbeitung. Trotzdem erkenne ich manchmal nicht, warum eine Geschichte oder ein Part besonders gut funktioniert, nur dass er funktioniert. Dann schreibe ich später einen Blogeintrag darüber und plötzlich wird es mir klar. Nicht nur mit Schreibtechniken, die ich verinnerlicht habe, funktioniert das, sondern auch mit Hintergrundgedanken und manchmal mit Bezügen zu meinem Leben. Ich entdecke mich manchmal nachträglich in Texten und an Stellen, an denen ich mich nicht bewusst eingeschrieben hatte. Ich lerne durch das Nachdenken über meine Texte in Form weiterer Texte, wie ich schreibe, was mir beim Schreiben passiert (zustößt?), dass ich mich niemals darauf verlassen kann, nicht als Person in den Text zu rutschen, und ich lerne, wie tief manche noch so weit im Raum der Abgedrehtheit schwebende Idee doch in mir verwurzelt sein kann.

But wait, there’s more

Während ich Geschichten schreibe, denke ich hauptsächlich darüber nach, was ich sagen möchte. Beim Schreiben über das Schreiben denke ich auch darüber nach, aber nur nebenbei, und frage mich mehr, was bei den Leser*innen ankommen könnte. Beim Lesen ist es letztendlich egal, was der*die Autor*in aussagt, und entscheidend, was verstanden, herausgelesen, interpretiert wird. Jede*r geht mit einer ganz eigenen Erfahrungswelt an ein Buch heran, das wiederum Widerspiegelung einer Erfahrungswelt ist. Deshalb können gesendete und empfangene Botschaft niemals übereinstimmen – wie auch in jedweder anderen Kommunikation.

Gehe ich also an die eigenen Texte heran und frage mich, welche Lesarten möglich sein könnten, welche Interpretationen und Gedanken sie erlauben oder fördern, lerne ich, mich selbst auf Fehler und Unklarheiten hinzuweisen. Beispielsweise habe ich im Text zu Bad Luck II über die Unmoral des Protagonisten nachgedacht und in dem zu Caspars Schiffe, der zwar früher veröffentlicht, aber später geschrieben worden ist, musste ich feststellen, dass man mit dem selben Gedankengang die Hauptfigur und ihre Integrität schnell infrage stellen kann. Im Nachhinein kann ich an den Veröffentlichungen nichts mehr ändern, könnte höchstens neue Auflagen herstellen. Aber davon halte ich wenig. Lieber lerne ich für die Zukunft. (Ginge es hier um krasse Fehler oder Unklarheiten, die ganz bitter missverstanden werden könnten, sähe das anders aus.) Auch so werde ich aufmerksamer, sensibler, besser.

Neue Lesarten von Geschichten, die ich bereits geschrieben habe, zu entdecken, lehrt mich auch, weitere Ebenen und Lesarten in zukünftige Geschichten einzubringen. Das rede ich mir jedenfalls ein.

Rezensionen?

Wie wohl die Beziehung ist zwischen dem genauen Lesen fremder Texte, das man mir nachsagt und das man in Rezensionen erkennen kann, und dem Nachdenken (Nachlesen?) eigener Texte? Lese ich fremde Texte so genau, weil ich auf meine Texte so sehr achte, oder achte ich auf meine auf diese Weise, weil ich fremde so lese?

Ich glaube, es hat etwas mit Bedeutungen zu tun. Ich kann es nicht akzeptieren, dass Aussagen und Details in Filmen, Büchern, Songs, Geschriebenem und Gesprochenem keine Bedeutung haben sollen, und wenn es diese Bedeutungen gibt, lohnt es sich immer, sie zu finden. Zu begreifen, was anderen bedeutsam genug erscheint, um es öffentlich zu verstecken, verspricht, die eigene Sicht auf die Welt zu bereichern. Damit läuft man zwar auch Gefahr, ungewollt Ausgesagtes schneller zu entdecken (entlarven?), aber das ist wohl kaum etwas Schlechtes.

Mehr Kurzprosa?

Es wird da draußen einige Leser*innen geben, die Erschütterungen. Dann Stille. gelesen haben und sich gefragt haben werden, woher sie weitere Kurzgeschichten und Erzählungen von mir bekommen könnten, hoffe ich. Es gibt tatsächlich mehrere Wege. In der noch 2021 erscheinenden Anthologie von Nikas Erben wird es zwei Geschichten von mir geben, über die ich auch wieder nachträglich nach-denken und schreiben werde. Außerdem soll eine meiner Geschichten in der Anthologie von Magret Kindermann erscheinen. Ende 2020 ist dann noch der Text Ich rezensiere mich im Syltse Magazin erschienen. Ich werde weiterhin neben Lyrik und Romanen auch Kurzprosa schreiben, an Ausschreibungen teilnehmen und schließlich ausreichend Material für weitere Kurzgeschichtenbände gesammelt haben. Aufhören werde ich nicht. Niemals. This is what I do.

Hinweis: Der Junge, den es nicht gab. Rezension

Hinweis auf die Rezension des Romans “Der Junge, den es nicht gab” von Sjón.

Nachdem ich vor einer Weile bereits Schattenfuchs von Sjón rezensiert hatte, wurde heute meine Rezension des Romans Der Junge, den es nicht gab beim Buchensemble veröffentlicht. 

Es geht um Liebe, Homosexualität und die Spanische Grippe in Island. Aus diesen und anderen Gründen bleibt ist die Geschichte aktuell und wird es wohl auch bleiben.

Die Liebe in Zeiten der Spanischen Grippe – Der Junge, den es nicht gab

Lyrik. Mehr nicht.

Über das Lesen und Schreiben von Gedichten sowie die Notwendigkeit der Lyrik.

Vor wenigen Tagen wurde beim Buchensemble meine Rezension zum Gedichtband Rückkehr der Schiffe von Hilde Domin veröffentlicht: Wunderbare Ungereimtheiten. Das nehme ich zum Anlass, um über Gedichte zu schreiben. Warum ich sie lese, warum ich sie schreibe und warum sie immer geschrieben werden sollten.

Dunkle Vögel, dunklere Gefühle

Für mich fing alles mit The Raven von Edgar Allan Poe an, erzähle ich mir selbst. Das ist jetzt ein halbes Leben her, 20 Jahre. Damals ging es mir schlecht. Irgendwie bin ich auf The Raven gestoßen oder wurde darauf aufmerksam gemacht. Das Gedicht gefiel mir, weil es so düster und traurig ist. Es passte. Von Poe aus suchte ich nach anderer Lyrik und fand Baudelaire, Blake, Lord Byron, Trakl und weitere. Außerdem versuchte ich mich selbst an Gedichten, zumeist unter so schönen Titeln wie Auf himmlischen Wogen (Das Leben ist Dreck) oder Mein Besitz heißt Schmerz. Zugegeben, etwas theatralisch.

Wenn ich heute diese Texte überfliege – sie detailliert zu lesen, ist mir unangenehm –, fallen mir zwei Begriffe ein: Theatralik und Unbegrenztheit. Theatralik aus offensichtlichen Gründen und Unbegrenztheit aufgrund fehlenden Stils, fehlender Einschränkungen, Begrenzungen eben: Rhythmus, Wegschneiden überflüssigen Materials, Ausradierung störender Wiederholungen. Verknappung erschafft meist die besseren Gedichte. Doch das wusste ich damals noch nicht. Überarbeitung war ein Fremdwort.

Alte Milch, natürlich

18 Jahre später habe ich den ersten Gedichtband veröffentlicht. Moment, das stimmt nicht ganz. Irgendwann in Teenager-Jahren hat es ein kleines Buch gegeben, das ich mit Hilfe eines Freundes kompiliert, gestaltet und gedruckt hatte. Ausgesprochen unprofessionell und kitschig, aber immerhin vorhanden. 18 Jahre später also folgte der erste richtige Gedichtband mit Alte Milch. Am 02.10.21 feiert diese Veröffentlichung bereits den 2. Jahrestag. Es freut mich noch immer über alle Maße, wenn mir Leser*innen von ihrer persönlichen Verbindung zu meinen Gedichten berichten. Das war es, was ich mir erhofft hatte. Noch schöner wäre lediglich, würden noch mehr Menschen Alte Milch kaufen und lesen.

Hermetische Lyrik und Dichtmaschinen

Es gibt Gedichte, deren Inhalt sich nicht (sofort) erschließt. Vermutlich schreiben viele Menschen in gewisser Weise hermetische Lyrik, ohne es zu wissen, weil sie über sich selbst und ihre Erfahrungen schreiben, deren Kenntnis wiederum ausschlaggebend für das Verständnis der Texte ist. Auch ich mache das gelegentlich. Kryptisch dargestellte Erfahrungen und Themen erwecken meiner Meinung nach trotzdem passende Stimmungen und oft auch Ideen. Sie lassen Leser*innen nicht völlig ahnungslos und frustriert zurück, sondern bieten mehr Raum für Interpretation und emotionales Verständnis als deutlich formulierte Gedichte.

Paul Celan, den meisten am ehesten bekannt durch das Gedicht Die Todesfuge, schrieb später viel hermetische Lyrik, für deren Verständnis derart viel Vorkenntnis fachlicher Zusammenhänge als auch biographischer Details vorhanden sein musste, dass die Gedichte auf die meisten Leser*innen wie kryptischer Unfug wirken können. Ich selbst sitze manchmal davor und bewundere sie wie Rätsel, die ich niemals lösen können werde. Doch es steckt Sinn darin und dahinter, und genau das macht sie spannend.

Jetzt suche ich einen Vergleich zu von Maschinen produzierter Lyrik, die sich äußerlich oft ähnlich gibt, aber eben keine tieferen Gedanken verbirgt. Maschinenlyrik versteckt das Künstlerische in der Erstellung der Produktionsweise durch einen Menschen sowie in der völligen Freiheit der Interpretation durch die Leser*innen, weil das Verständnis 100 % frei ist, weil es einfach keinen intendierten Sinn gibt. Das gilt natürlich nur, sofern die Menschen, die hinter den Produktionsmechanismen stehen, nicht eingreifen, sortieren, Überschriften wählen und nachträglich Sinn stiften.

Wer sich für Gedichte interessiert, die von Maschinen, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz oder anderweitig nicht-menschlich entstehen, könnte beispielsweise poesie.exe von Herausgeber Fabian Navarro lesen. Ich konnte durch das Buch und gerade durch die Erklärungen im hinteren Teil sowie online viel lernen.

Lyrik als literarischer Punk

Kaum jemand wird behaupten, dass Gedichte keinen Platz in der Literatur hätten oder haben sollten. Dennoch kann so gut wie niemand vom Dichten leben. Immer mal wieder schmücken sich große Verlage mit Gedichtbänden, der Nobelpreis geht an Dichter*innen oder ein Großevent wird durch ein gelesenes Gedicht anspruchsvoller gemacht. Das sind Sonderfälle. Im literarischen Alltagsbetrieb ist Lyrik absoluter Underground.

Da ich noch immer die Denke, dass alles, was sich gut verkauft, irgendwie schlecht sein muss, im Hinterkopf habe, was zwar oft bewiesen wurde, aber in der Allgemeinheit seiner Aussage Quatsch ist, gefällt mir die Außenseiterposition der Lyrik. Seht mich an und staunt, ich bin ein Mann, der Gedichte schreibt! Blablabla. Es ist schade. Es steckt viel Arbeit in Gedichten – und wenn wir schon dabei sind, natürlich auch in Kurzprosa –, welche fair entlohnt gehört. Leider wird das Schreiben von Gedichten häufig als Liebhaberei, als Hobby angesehen. Generell halte ich die Meinung, dass Schreiben (ob nun Prosa oder Lyrik) allgemein eine Art Hobby wäre, für das man gelegentlich bezahlt wird, für eine Frechheit. Ich bin gerne Außenseiter, aber ich möchte auch nicht degradiert werden.

Lesen und schreiben, was gelesen und geschrieben gehört

Wir alle kennen diese Sätze in Romanen, die man unterstreichen oder herausschreiben möchte, die uns mehr sagen als die 20 Seiten davor und die nächsten 20, weil sie uns berühren, weil sie uns widerspiegeln, weil ihre Formulierung etwas in uns weckt. Gedichte sind nicht nur gedichtete, sondern besonders verdichtete Texte. Sie ziehen zusammen und erlauben dadurch Weite. Ein gutes Gedicht bringt Sätze wie die beschriebenen in größerer Häufigkeit, vielleicht sogar von Anfang bis Ende ohne Unterlass, weil es ein Konzentrat ist aus dem, was in einem ganzen Roman stecken kann. Nicht Handlung, sondern Geist und Herz.

Ich habe anfangen, Gedichte zu schreiben, weil sie ein Leben und eine Anhäufung von Problemstellungen besser beschreiben konnten als ich sie zu verstehen vermochte, weil sie ein Übermaß an Emotionen griffen, auswrangen und in dickflüssigen Tropfen aufs Papier gaben, weil sie ausdrückten, was ich nicht sagen konnte, wollte, durfte. Auf der Suche nach solchen Kondensationen von Größerem schreibe ich noch heute, und ja, um Dinge zu verarbeiten. Noch heute. Genau deshalb lese ich auch Gedichte. Ich suche die zähen Tropfen, die andere aus ihren Leben gewrungen haben, um meines zu bereichern, meine Perspektiven zu ändern, mich zu lehren, dass auch andere Menschen Tiefe besitzen, wertvoll sind, Gedanken haben, die meine rechtfertigen in all ihrer Zerbrechlichkeit. Ich lese Lyrik, um mich selbst zu finden.

Warum Gedichte gelesen und geschrieben gehören, habe ich damit beantwortet. Weil es notwendig ist. Weil wir sie brauchen. Weil sie in uns greifen und uns herausholen, befreien, uns erlauben, wir zu sein und uns dabei ein wenig zu verstecken, nur so viel, dass wir uns öffnen und atmen können.